Schnappauf weist Kritik an Vorgehen im H5N1-Verdachtsfall zurück
Dienstag, 14. März 2006
Berlin - Der bayerische Verbraucherschutzminister Werner Schnappauf (CSU) verteidigt das Vorgehen der Behörden im Vogelgrippe-Verdachtsfall bei einem oberfränkischen Nutztierbetrieb. Mit Blick auf die Kritik von Bundesverbraucherschutzminister Horst Seehofer (CSU) sagte Schnappauf am Dienstag dem Sender N24: „Bayern wird sich auch künftig nicht vom Bund in den Arm fallen lassen, wenn es darum geht, dass wir seuchenrechtlich schnell und konsequent handeln.“ Seehofer hatte seinem Parteifreund am Montagabend Überreaktion vorgeworfen.
Schnappauf betonte: „Der Bundesminister muss sich schon fragen lassen, was will er eigentlich? Auf Rügen war es ihm zu wenig konsequent, in Lichtenfels war es ihm zu schnell und zu viel.“ Er vermisse eine klare Linie des Bundesverbraucherschutzministers. Der Bund werde sich daran gewöhnen müssen, dass es örtlich und sachlich zuständige Behörden gebe, die ihre Arbeit machten. Und wenn der Bund etwas anderes wolle, dann müsse er die Bundes-Geflügelpestverordnung ändern.
Der bayerische Verbraucherschutzminister sagte, er stehe „voll und ganz“ zu der Entscheidung im Kreis Lichtenfels. Die Kreisverwaltungsbehörde habe absolut korrekt gehandelt und die Bundes-Geflügelpestverordnung einwandfrei vollzogen. Daher verstehe er die Kritik des Bundesministers nicht, betonte Schnappauf.
In dem oberfränkischen Betrieb waren in der Nacht zum Montag wegen des Vogelgrippe-Verdachts 410 Tiere gekeult worden. Seehofer hatte bemängelt, dass die Öffentlichkeit zu früh informiert und damit verunsichert worden sei. Der Verdacht hatte sich schließlich nicht bestätigt. /ddp
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