DKG: Ärztestreiks bedrohen Krankenhäuser
Freitag, 17. März 2006
Heidelberg/Berlin - Die Forderungen der Klinikärzte bedrohen möglicherweise die Existenz von Krankenhäusern. Die Deutsche Krankenhausgesellschaft (DKG) warnte am Freitag, die Kliniken könnten die Streiks nicht lange durchhalten. Nach einer wissenschaftlichen Studie geriete ein erheblicher Teil der Krankenhäuser in Gefahr, sollten sich die Ärzte mit ihren Forderungen durchsetzen.
Die unbefristeten Streiks für bessere Arbeitsbedingungen und mehr Gehalt hatten am Donnerstag an zehn Uni-Kliniken begonnen. Am Freitag wurde der Arbeitskampf an der Uni-Klinik Heidelberg fortgesetzt.
Die DKG sieht dies mit Sorge. Ein Sprecher sagte: „Wenn die Streiks ausgeweitet werden, dann wird es selbst für große Kliniken eng.“ Jeder bestreikten Klinik fehlten dann täglich zwischen 300.000 und 500.000 Euro. „Je mehr die Ärzte von ihren Maximalforderungen durchsetzen, desto größer wird der Druck zu Personaleinsparungen“, warnte ein Sprecher. Er fügte hinzu: „Die Kliniken haben keinen finanziellen Spielraum mehr.“
Nach einer Studie des Rheinisch-Westfälischen Instituts für Wirtschaftsforschung (RWI) würde eine Durchsetzung der Ärzte-Forderungen zu Mehrbelastungen von rund drei Milliarden Euro führen. Dies hätte zur Folge, dass der Anteil wirtschaftlich gefährdeter Krankenhäuser von 20 auf 35 Prozent stiege. Die Alternative wäre eine Beitragssteigerung von 0,26 Prozentpunkten bei den gesetzlichen Krankenkassen, heißt es in der am Freitag verbreiteten RWI-Expertise. /ddp
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