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CHARISMA-Studie: Kardiologen in Sorge um Missverständnisse

Montag, 20. März 2006

Sophia Antipolis/Bethesda - Die amerikanischen und europäischen Kardiologen sind besorgt, dass die Ergebnisse der CHARISMA-Studie, die in der letzten Woche vorgestellt wurden, zu Missverständnissen führen könnten. Die Patienten werden ermahnt, die Medikamente nicht ohne Rücksprache mit ihrem Arzt abzusetzen. Die Ärzte werden an geltende Indikationen erinnert. 

Die „Clopidogrel for High Atherothrombotic Risk and Ischemic Stabilization, Management, and Avoidance“ (CHARISMA)-Studie hatte den präventiven Einsatz der dualen Therapie von Clopidogrel plus ASS untersucht mit dem Ergebnis, dass sie vielen Patienten nicht nutzt. Der Endpunkt aus Herzinfarkt, Schlaganfall oder kardiovaskulären Todesfällen stieg tendenziell sogar an, vermutlich weil das Risiko von schweren Blutungen erhöht war. Doch dies gilt nur für Patienten, die die Einschlusskriterien der Studie erfüllen. An CHARISMA hatten Patienten mit „multiplen atherothrombotischen Risikofaktoren“ teilgenommmen (etwa Menschen mit Diabetes, Hypertonie oder Hypercholesterinämie). Eingeschlossen waren ferner Patienten mit etablierten kardiovaskulären Erkrankungen (zum Beispiel Zustand nach Herzinfarkt oder Schlaganfall oder Patienten mit symptomatischer arterieller Verschlusskrankheit).

Eine andere Gruppe bilden aber Patienten mit einem akuten koronaren Syndrom ohne ST-Strecken-Hebung. Hier fordern die Leitlinien der European Society of Cardiology eine duale Therapie mit Clopidogrel plus ASS für das erste Jahr nach dem Ereignis. Darüber hinaus sei die duale Therapie mit Clopidogrel plus ASS für die ersten sechs Monate nach „Stenting“ (perkutane koronare Intervention, PCI) indiziert.
Der Verzicht auf die duale Therapie (oder das eigenwillige Absetzen durch den Patienten) könne das Leben der Patienten gefährden, heißt es in den Mitteilungen beider Fachgesellschaften. /rme

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