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Pflegerat wirft Ärzten überzogene Lohnforderungen vor

Freitag, 24. März 2006

Baden-Baden/Berlin - Der Deutsche Pflegerat wirft den streikenden Ärzten überzogene Lohnforderungen vor. Die Präsidentin des Verbandes, Marie-Luise Müller, warf den Klinikärzten am Freitag im Südwestrundfunk eine „schreiende Ausbeutungskampagne“ vor. Sie kritisierte, bei den Protesten gehe es „um die Funktionäre und nicht um den einzelnen Arzt“.

Müller betonte, falls der Marburger Bund seine Forderung nach 30 Prozent mehr Lohn durchsetzen sollte, würden Krankenschwestern und Pfleger „zu den Verlierern“ der Tarifauseinandersetzung gehören. Das zusätzliche Geld für die Mediziner würde dann so eingespart, dass der bislang „schleichende Personalabbau im Pflegebereich nun massiv und dramatisch zunehmen“ würde, warnte Müller.

Der Präsident der Ärztegewerkschaft Marburger Bund, Frank Ulrich Montgomery, forderte unterdessen eine grundlegende Reform des Gesundheitssystems. Die bisherigen Bundesregierungen seien trotz dringendem Reformbedarf nicht über patienten- und ärztefeindliche Kostendämpfungsgesetze hinausgekommen. „Was wir nicht brauchen sind Politiker, die auf die berechtigten Forderungen der Ärzteschaft allergisch reagieren“, betonte Montgomery. /ddp

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