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Bayer erwägt nach Schering-Übernahme weitere Zukäufe

Montag, 27. März 2006

Berlin - Auch nach der Übernahme der Berliner Schering AG schließt Bayer-Vorstandschef Werner Wenning weitere Zukäufe nicht aus. Es gebe zwar keine Überlegungen, ein anderes großes Unternehmen zu kaufen. „Den Erwerb von Produktbereichen schließen wir jedoch nicht aus“, sagte Wenning der „Welt am Sonntag“. Den erwarteten Abbau von 6.000 Arbeitsplätzen weltweit will Bayer „fair und sozialverträglich“ gestalten. 

In der „Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung“ (FAS) wandte Wenning sich gegen die von der Gewerkschaft in Umlauf gebrachten Zahlen, wonach in Deutschland 600 Stellen bedroht seien. „Dazu gibt es im Moment keine belastbare Zahl, dafür ist es schlicht zu früh“, sagte der Vorstandschef. Bayer und Schering müssten erst intensiv über die Integration und künftige Strukturen reden und dann über das Personal. Bei der Fusion dürfe es „keinen Gewinner und keinen Verlierer“ geben, sagte Wenning. Künftiges Wachstum verspricht er sich vor allem von neuen Medikamenten gegen Krebs: „Wir bekommen durch den Zusammenschluss die Chance, den Krebs schneller und effektiver zu bekämpfen.“

Der Bayer Vorstandschef sagte gegenüber der „Berliner Zeitung“, das weltweite Pharmageschäft solle von Berlin aus mit einem Umsatz von neun Milliarden Euro geführt werden. Wenning betonte, es sei nicht geplant, einzelne Schering-Sparten aufzugeben. „Wir sehen in dem Portfolio von Schering, und vor allem in der Kombination mit unserem Portfolio, hervorragende Wachstumsmöglichkeiten für die Zukunft“. 

Schering-Chef Hubertus Erlen sagte der „Berliner Zeitung“ vom Wochenende, er bedauere, „dass Schering seine Unabhängigkeit aufgeben muss“. Gleichzeitig lobte er die fairen Bedingungen des Übernahmeangebots der Bayer AG. Bayer sei bereit gewesen, „für unsere Standorte und für unsere Mitarbeiter sehr faire Bedingungen zu gewähren. Deshalb haben wir uns dafür ausgesprochen, das Angebot anzunehmen und es den Aktionären zu empfehlen“. Das neue Unternehmen werde „hochwertige Arbeitsplätze bieten, hat Wachstumschancen und wird ein attraktiver Forschungsstandort sein.“ Zwar werde es Stellenabbau geben. Es sei jedoch „zu früh, hierüber zu spekulieren“, so Erlen. /afp

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