Brüssel warnt vor gefälschten Medikamenten im Internet
Montag, 27. März 2006
Brüssel - Die EU-Kommission hat vor gefälschten Arzneimitteln gewarnt, die über mehrere Internetadressen verkauft werden. Das gegen Fettleibigkeit und für die Raucherentwöhnung entwickelte Medikament „Rimonabant“ habe noch nicht die Prüfung der EU-Arzneimittelagentur durchlaufen und damit noch keine Zulassung, erläuterte die EU-Kommission am Montag in Brüssel. Das Medikament solle nach Zulassung unter dem Namen „Acomplia“ vermarktet werden. Der Fall zeigt nach Ansicht der Behörde, wie sich Kriminelle die Anonymität des Internets zunutze machen, um gefälschte, geänderte oder nicht zugelassene Arzneimittel an ahnungslose Kunden zu verkaufen.
Die Kommission verwies auf Erhebungen der Mitgliedstaaten, wonach in den vergangenen fünf Jahren 170 gefälschte Medikamente über illegale Vertriebskanäle angeboten wurden. Häufig sei der Handel über das Internet abgewickelt worden. Auf der Liste dieser Präparate stünden vor allem „Lifestyle-Medikamente“, Wachstumshormone zum Muskelaufbau und Schlafmittel. Entdeckt worden seien auch nicht genehmigte Kopien und Nachahmungen von zugelassenen Arzneimitteln zur Behandlung von Erektionsproblemen wie beispielsweise „Viagra“ und „Cialis“ oder von Virusinfektionen wie „Tamiflu“. Unter den Fälschungen befänden sich Produkte, die keinen oder den falschen Wirkstoff enthielten. /afp
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