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Schlafmangel von Kindern führt zu Übergewicht

Mittwoch, 29. März 2006

Québec/Kanada - Je weniger Schlaf Kinder erhalten, desto dicker werden sie. In einer Querschnittsstudie im International Journal of Obesity (2006; doi: 10.1038/sj.ijo.0803291) hatte kein anderer Faktor einen derart großen (inversen) Einfluss auf den Body-Mass-Index wie die Dauer des Schlafes. 

Kinder im Alter von 5 bis 10 Jahren sollten täglich 12 bis 13 Stunden schlafen. So viel Erholung haben aber immer weniger Kinder, denn Fernsehen, Video- und Computerspielen sorgen in vielen Kinderzimmern bis tief in die Nacht für Ablenkung. Dabei werden dann auch jene Snacks verzehrt, die in vielen Discounter-Märkten einen signifikanten Anteil des Sortiments ausmachen.

Der Hunger ist nach Ansicht des Präventivmediziners Angelo Tremblay von der Laval Universität in Québec nicht zufällig. Den Kindern fehlt nicht nur der erholsame Schlaf, sondern auch das Hormon Leptin, das während dieser Ruhephase freigesetzt wird. Leptin aber stimuliere den Stoffwechsel und damit den Energieverbrauch und habe eine appetitzügelnde Wirkung. Bei einem Leptinmangel komme es dann zu einer die Bedürfnisse übersteigernden Nahrungszufuhr. Diese Hypothese lässt sich zwar mittels einer Querschnittsstudie nicht beweisen. Die Untersuchung von 422 Grundschülern aus Ville de Trois-Rivières im Gliedstaat Québec, ergab jedoch, dass Adipositas und Schlafmangel assoziiert sind.

20 Prozent der Jungen und 24 Prozent der Mädchen waren übergewichtig. Unter ihnen waren überproportional viele Kinder, die täglich 10 Stunden oder weniger Schlaf bekamen. Für diese Kinder errechneten die Forscher ein um den Faktor 3,5 erhöhtes Adipositasrisiko (Odds Ratio OR 3,45; 95-Prozent-Konfidenzintervall  2,61–4,67). Selbst bei einem leichter Schlafentzug (10,5 bis 11,5 Stunden Schlaf am Tag) war das Risiko bereits signifikant erhöht: Odds Ratio: 1,42 (1,09–1,98).

Neben dem Schlafmangel bestätigt die Studie noch eine Reihe bekannter Risikofaktoren wie Adipositas der Eltern, niedriges Bildungsniveau der Eltern, niedriges Familieneinkommen, hoher Fernsehkonsum, Videospiele und Computerbenutzung, Verzicht auf das Stillen und körperliche Inaktivität. Keiner dieser Faktoren hatte in der Untersuchung jedoch den gleichen Stellenwert wie der Schlafmangel, schreiben die Autoren. /rme

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