Jede zweite Frau stirbt an Herz-Kreislauf-Erkrankung
Dienstag, 4. April 2006
Berlin - Jede zweite Frau in Deutschland stirbt an einer Herz-Kreislauf-Erkrankung. „Frauen unterschätzen dieses Erkrankungsrisiko“, erklärte der Vorstandsvorsitzende der Deutschen Angestellten-Krankenkasse (DAK), Herbert Rebscher, am Dienstag in Berlin anlässlich der Vorstellung des DAK-Gesundheitsreports. Insgesamt betrachtet seien sie nicht weniger betroffen als Männer, sondern lediglich in höherem Alter. Eine DAK-Studie ergab, dass die Herz-Kreislauf-Erkrankungen bei Frauen zwischen dem 45. und dem 65. Lebensjahr deutlich zunehmen. Die Krankheitstage steigen um mehr als das Doppelte. Die DAK kündigte eine Kampagne für mehr Vorsorge und bessere Versorgung an.
Einer repräsentativen Umfrage unter Experten aus Forschungseinrichtungen, Unikliniken und der ambulanten Versorgung zufolge hat fast die Hälfte der gefährdeten Frauen noch nicht mit ihrem Hausarzt über ihr Risiko gesprochen. Besonders über Herzinfarkte werde nicht genügend informiert. Zudem würden Frauen nach einem Herzinfarkt nicht immer schnell genug stationär versorgt. „Wir werden den Check-up 35 stärker propagieren“, kündigte Rebscher mit Blick auf Vorsorgeuntersuchungen an. Unter dem Titel „Frauen starten Durch“ sollen Frauen zu mehr körperlicher Aktivität, gesünderem Essverhalten und Rauchverzicht motiviert werden.
Die Krankenkasse gab zudem bekannt, dass der Krankenstand 2005 bei DAK-Versicherten auf durchschnittlich 11,3 Tage gesunken sei. „Bei dem gegenwärtig sehr niedrigen Niveau des Krankenstandes sind nur noch geringe Senkungen zu erwarten, die jedoch große Anstrengungen erfordern“, erklärte Rebscher. /afp
Leserkommentare
Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.