7.926 News Medizin

Medizin

Stammzelltherapie stimuliert Wachstum von Sehnen und Bändern

Dienstag, 4. April 2006

Braunschweig – Die Stammzelltherapie könnte eine Option für die Behandlung von Verletzungen von Sehnen und Bändern werden. Das berichtet ein deutsch-israelisches Forscherteam, dem Wissenschaftler der Gesellschaft für Biotechnologische Forschung (GBF) in Braunschweig angehören, in der jüngsten Ausgabe der Fachzeitschrift Journal of Clinical Investigation (2006; 116: 940 - 952). Die Forscher verpflanzten Stammzellen in die verletzte Achillessehne einer Ratte und stimulierten die Zellen mit einem Wachstumsfaktor und einem Signalmolekül namens „Smad8“, was zu einer Regeneration des Sehnen-Gewebes führte.

„Um gerissene Sehnen oder Bänder zu heilen, gibt es nur wenige Optionen“, erklärte der GBF-Wissenschaftler Dr. Gerhard Gross. Meist transplantierten Ärzte dazu eigenes oder fremdes Sehnen-Gewebe oder einen künstlichen Gewebe-Ersatz. Zufriedenstellende Langzeit-Lösungen böten diese Methoden nicht: „Es kommt häufig zu Komplikationen, von Immun- und Abstoßungsreaktionen bis zur Abnutzung des Implantats“, so Gross.

Die Wissenschaftler verwendeten für ihre Studie adulte Stammzellen, die im Körper erwachsener Menschen vorkommen, aber auch in Kultur gezüchtet werden können. Ein Untertyp, die so genannten mesenchymalen Stammzellen, wird im Knochenmark gebildet. Sie dienen dem Organismus als vielseitige Eingreiftruppe: „Aus den mesenchymalen Stammzellen können sich bei Bedarf knochen- oder knorpelbildende Zellen, aber auch Muskel- oder Fettzellen bilden“, erklärte Andrea Hoffmann aus der Braunschweiger Arbeitsgruppe.

Das Signalmolekül „Smad8“ überträgt Signale, welche die Zelle von außen erhält, und übersetzt sie in den Befehl, Sehnen zu bilden. Gross, Hoffmann und die israelischen Wissenschaftler konnten zeigen: Mesenchymale Stammzellen, die besonders viel Smad8 sowie den ebenfalls bedeutsamen Wachstumsfaktor Bmp2 produzieren, sorgen für ein starkes Sehnen-Wachstum. Zumindest bei Ratten ließ sich dieser Effekt auch für eine Therapie nutzen. „Ob ein entsprechendes Heilungsverfahren auch beim Menschen wirken würde, müssen künftige Untersuchungen zeigen“, erklärt Gross. /hil

Anzeige
Drucken Versenden Teilen
7.926 News Medizin

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Themen

A
Ä
B
C
D
E
F
G
H
I
K
L
M
N
O
Ö
P
Q
R
S
T
U
Ü
V
W
Z
Suchen

Login

E-Mail

Passwort


Passwort vergessen?

Registrieren

newsletter.aerzteblatt.de

Newsletter

Informieren Sie sich täglich (montags bis freitags) per E-Mail über das aktuelle Geschehen aus der Gesundheitspolitik und der Medizin. Bestellen Sie den kostenfreien Newsletter des Deutschen Ärzteblattes

Immer auf dem Laufenden sein, ohne Informationen hinterher zu rennen: Der tagesaktuelle Newsletter

Aktuelle Kommentare

Archiv

RSS

RSS

Die aktuellsten Meldungen als RSS-Feed. Mit einer geeigneten Software können Sie den Feed abonnieren.

Merkliste

Anzeige
Eingeloggt als

Suchen in