Ärzte-Präsident Hoppe fordert mehr Geld für das Gesundheitswesen
Mittwoch, 5. April 2006
Berlin - Unmittelbar vor einer weiteren Spitzenrunde der Regierungskoalition zur Gesundheitsreform an diesem Mittwoch haben die Ärzte mehr Geld für das Gesundheitswesen gefordert. „Wir brauchen mehr Finanzmittel, um die gute medizinische Versorgung in Deutschland zu sichern“, sagte der Präsident der Bundesärztekammer Jörg-Dietrich Hoppe der „Berliner Zeitung“ vom Mittwoch. „Die heilige Kuh Beitragssatzstabilität muss geschlachtet werden, sonst fährt das System an die Wand“, betonte er. Die Menschen müssten sich an den Gedanken gewöhnen, für Gesundheit mehr Geld auszugeben.
Hoppe forderte einen ehrlichen Kassensturz. „Nur eine große Koalition hat die Kraft, schonungslos Bilanz zu ziehen und nachhaltige Veränderungen zu beschließen“, sagte der Ärzte-Präsident. Er machte zugleich klar, dass am Ende der Reform keine erneuten Kostendämpfungen stehen dürfen. „Das machen die Ärzte und die anderen Gesundheitsberufe nicht mehr mit. Die Zitrone ist längst ausgepresst“, erklärte er. Sollten sich der Gesetzgeber nur zu weiteren Rationierungen durchringen, würden die Proteste der Mediziner ein Ausmaß annehmen, „das wir uns heute noch nicht so recht vorstellen können“, warnte Hoppe.
Der Ärztepräsident mahnte die Regierungsparteien, sich rasch auf eine Gesundheitsreform zu einigen. Hoppe forderte, den Sachverstand der Ärzte und der anderen Gesundheitsberufe für die Ausgestaltung der Reform zu nutzen. „Der Gesetzgeber ist gut beraten, wenn er uns an der Gesundheitsreform beteiligt, weil wir sie später ja auch umsetzen müssen." /ddp
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