Berlin - Scharf kritisiert hat die Deutsche Krankenhausgesellschaft (DKG) die Streiks der Ärzte in den Kliniken und Landeskrankenhäusern. „Die Fortsetzung der Streikaktionen des Marburger Bundes (MB) ist in jeder Hinsicht unverantwortlich. Zunehmend mehr Patienten erleiden physische und psychische Schäden durch den Ausstand“, erklärte der Hauptgeschäftsführer der DKG, Georg Baum, am 11. April in Berlin.
Keine Berufsgruppe habe in Zeiten, in denen Rentner über mehrere Jahre Nullrunden zu verkraften hätten und in denen sich die verteilbaren Zuwächse in einer äußerst bescheidenen Größenordnung bewegten, die Legitimation, 30-Prozent-Forderungen zu stellen „und diese auf dem Rücken von Kranken, der übrigen Beschäftigtengruppen in den Krankenhäusern und zu Lasten der Sozialsysteme durchzusetzen“, so Baum. Die DKG appellierte an die Arbeitgeber auf kommunaler und Landesebene, keine Angebote zu machen, die für die Kliniken angesichts einer vom Gesetzgeber vorgegebenen Budgetzuwachsrate von 0,63 Prozent nicht zu finanzieren seien.
Unterdessen werden Ärztestreiks auch in den kommunalen Krankenhäusern immer wahrscheinlicher: Die Vereinigung der kommunalen Arbeitgeberverbände (VKA) und der MB kommen am 11. April in Köln zu einer weiteren Gesprächsrunde über bessere Arbeitsbedingungen und mehr Einkommen zusammen. Sie verhandeln für einen Großteil der etwa 65.000 Ärzte an den 780 kommunalen Krankenhäusern.
Der MB hatte im Vorfeld angekündigt, auch in den kommunalen Einrichtungen streiken zu wollen, sollten die Arbeitgeber die Forderungen der Ärzte nicht akzeptieren. /hil
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