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Bakterien sollen als Antibotika-Produzenten arbeiten

Dienstag, 11. April 2006

Norwich/Tübingen – Einen Ansatz zur Entwicklung neuer Antibiotika haben Wissenschaftler der Universität Tübingen und des John Innes Centre im britischen Norwich entwickelt. Ihre Strategie ist, normalerweise harmlose Streptomyces-Bakterien für sich arbeiten zu lassen. Das Bakterium kommt natürlicherweise im Boden vor und produziert durch gentechnische Veränderungen neue Antibiotika, die möglicherweise gegen Krankheitserreger wie die multiresistenten Staphylococcus-aureus-Bakterien (MRSA) eingesetzt werden könnten. Ihre Forschungsergebnisse auf diesem Gebiet haben die Wissenschaftler vom Pharmazeutischen Institut der Universität Tübingen und des John Innes Centre in der Fachzeitschrift der US-amerikanischen Gesellschaft für Mikrobiologie „Antimicrobial Agents and Chemotherapy“ publiziert (2006; 50(4): 1136-1142).

Streptomyces-Bakterien stellen natürlicherweise Antibiotika her, um andere Bakterien im Boden abzutöten. Diese Antibiotika lassen sich nach Angaben der Wissenschaftler allerdings nicht direkt als Medikamente beim Menschen einsetzen. Die Wissenschaftler haben zwei der natürlichen Antibiotika namens Novobiocin und Clorobiocin näher untersucht, um herauszufinden, welche Teile der Moleküle essenziell für die Wirkung gegen Bakterien sind. Ihr Ergebnis: Die Wirkung der Antibiotika Novobiocin und Clorobiocin beruht darauf, dass sie die richtige Verpackung des Erbguts in den Bakterienzellen verhindern. In menschlichen Zellen können sie keinen Schaden anrichten, weil die DNA dort auf andere Weise verstaut wird. Die Forscher sind zuversichtlich, dass sich diese Antibiotika durch gezielte Veränderungen in Zukunft gegen bakterielle Infektionen beim Menschen verwenden lassen. /hil

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