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Neue Reanimation verbessert Überlebenschancen bei kardialem Herzstillstand

Mittwoch, 12. April 2006

Tucson - Der Verzicht auf eine initiale Intubation und der frühzeitige Beginn der Thoraxkompressionen hat nach Erfahrungen von US-Notfallmedizinern die Ergebnisse der Reanimation durch Sanitäter verbessert. Nach einer Studie im American Journal of Medicine (2006; 119: 335-340) konnte die Zahl der Patienten, die einen kardialen Herzstillstand ohne neurologische Spätschäden überlebten, deutlich gesteigert werden.

Bei der Cardiocerebral Resuscitation verzichten die Sanitäter auf die beiden ersten Schritte der Reanimation. Sie sehen eine Intubation vor gefolgt von einer Defibrillation. Bei diesen Maßnahmen geht jedoch wertvolle Zeit verloren, die Patienten mit Herzstillstand nicht haben, schreibt Gordon Ewy, der Direktor des Sarver Heart Center der Universität von Arizona in Tucson. Ewy ist auch Mitautor der Studie, die die Zeit vor und nach Einführung der Cardiocerebral Resuscitation vergleicht.

Wenn die Sanitäter heute zu einem Menschen mit Herzstillstand gerufen werden, beginnen sie sofort mit der Herzmassage. Diese wird während der Vorbereitung zur Defibrillation fortgesetzt. Vor dem ersten Defibrillationsversuch sind mindestens 200 Thoraxkompressionen ohne Unterbrechung vorgesehen. Dann erfolgt ein  Defibrillationsversuch. Kommt es darunter nicht zur spontanen Zirkulation wird auf eine Diagnostik des Herzrhythmus verzichtet, damit unverzüglich weitere Thoraxkompressionen erfolgen können. Die Reanimation wird fortgesetzt, bis drei Serien aus 200 Kompressionen plus Analyse plus Schock appliziert wurden. Intubiert werden die Patienten erst, wenn sie wieder atmen. Das initiale Management der Beatmung beschränkt sich lediglich auf die Freilegung der Atemwege. 

Tierexperimente haben Ewy zufolge gezeigt, dass die Blutzirkulation der entscheidende Faktor für das Überleben nach einem Herzstillstand ist. Die Unterbrechung der Kompressionen zum Zweck der Beatmung ist danach eher schädlich als nützlich. Die Erfahrungen seines Teams scheinen ihm Recht zu geben. Von den 33 Patienten, die außerhalb der Klinik von den Sanitätern nach den neuen Regeln reanimiert wurden, konnten 16 (48 Prozent) später ohne neurologische Folgeschäden aus der Klinik entlassen werden.

Vor der Einführung der Cardiocerebral Resuscitation habe diese Rate bei 15 Prozent gelegen. Ewy betont, dass die Cardiocerebral Resuscitation nur für Patienten mit einem kardial bedingten Herzstillstand geeignet ist. Bei Patienten mit einem respiratorisch bedingten Herzstillstand, etwa nach einem Ertrinken oder bei einer Überdosierung mit Opioiden, sollte diese Form nicht angewendet werden. /rme

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