Berlin - Zwischen den Krankenkassen ist ein Streit über die für ein funktionierendes Gesundheitssystem notwendige Anzahl von Krankenkassen entbrannt. „Durch die Konzentration auf einige wenige Krankenkassen entsteht nicht mehr, sondern weniger Wettbewerb“, sagte der Verbandschef der Innungskrankenkassen, Rolf Stuppardt, der „Berliner Zeitung“ vom 22. April.
Zuvor hatte der Chef der Barmer Ersatzkasse, Eckart Fiedler, den Gesetzgeber aufgefordert, eine Mindestgröße für Krankenkassen vorzuschreiben und kleinen Kassen über die verschiedenen Kassenarten hinweg Fusionen zu ermöglichen. Letztlich dürften dadurch von den heute rund 250 Krankenkassen etwa 100 Kassen übrig bleiben. Die Barmer ist mit 7,1 Millionen Versicherten die größte gesetzliche Krankenkasse Deutschlands.
Stuppardt erwiderte, „es ist nicht nachvollziehbar, warum die Wahlmöglichkeiten der Versicherten eingeschränkt oder abgebaut werden sollten“. Nicht Abbau sei gefragt, sondern mehr Flexibilität. Nur noch für große Kassen sein zu wollen oder kassenartenübergreifende Fusionen zu verlangen, hieße, Politik gegen erfolgreiche Kassen zu Gunsten weniger erfolgreicher machen zu wollen.
Der IKK-Bundesverband, dem Stuppardt vorsteht, spricht für 16 Kassen mit 4,8 Millionen Versicherten. Insgesamt sind in Deutschland rund 70 Millionen Menschen gesetzlich krankenversichert. /ddp
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