NSCLC: Nichtraucher sprechen besser auf Chemotherapie an
Montag, 24. April 2006
Houston - Rauchen ist nicht nur der wichtigste Verursacher des nicht kleinzelligen Bronchialkarzinoms (NSCLC), es vermindert auch die ohnehin geringen Behandlungschancen der Chemotherapie. Zu diesem Ergebnis kommt eine retrospektive Analyse in Cancer (2006; doi: 10.1002/cncr.218844)
Anne Tsao vom M. D. Anderson Cancer Center in Houston hat die Daten von 1.370 NSCLC-Patienten ausgewertet, die in den Jahren 1993 bis 2002 an der Klinik, eine der führenden Krebskliniken des Landes, behandelt wurden. 497 Patienten erhielten eine Chemoradiatio, also eine Kombination aus Chemo- und Strahlentherapie. Bei den anderen 873 NSCLC-Patienten wurde eine alleinige Chemotherapie durchgeführt. Während es bei der Chemoradiatio keinen Unterschied machte, ob der Patient vor der Behandlung geraucht hatte oder nicht, war bei der Chemotherapie ein deutlicher Einfluss erkennbar.
Nichtraucher hatten mit 19 Prozent eine doppelt so hohe Ansprechrate wie Raucher (8 Prozent). Die Rate der trotz Chemotherapie fortschreitenden Erkrankung war niedriger (49 versus 66 Prozent). Auch die Überlebenschancen waren für Nichtraucher signifikant höher. Die Gründe für die besseren Behandlungsergebnisse von Nicht-Rauchern vermutet Tsao einmal in Eigenschaften des Tumors. Die NSCLC von Nicht-Rauchern könnten geringere genetische Schäden aufweisen als die durch das Rauchen induzierten Lungenkarzinome. Zum anderen wirke sich das Rauchen negativ auf den Allgemeinzustand der Patienten aus, was bei der schweren Erkrankung und der strapaziösen Behandlung den Ausschlag geben könnte.
Für den Ratschlag, das Rauchen angesichts der tödlichen Folgen aufzugeben, ist es bei der Diagnose eines NSCLC allerdings zu spät. Zum einen sind die Überlebenschancen sehr gering. Die 5-Jahres-Überlebensraten werden in der Pressemitteilung mit 20 Prozent angegeben. Zum anderen fand die Studie keinen Hinweis dafür, dass ein Aufgeben des Rauchens nach der Diagnose die Prognose noch verbessern kann. /rme
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