Ausland

Niederlande: Mehr Fälle von aktiver Sterbehilfe

Donnerstag, 27. April 2006

Den Haag - Die Zahl der in den Niederlanden gemeldeten Fälle aktiver Sterbehilfe ist im vergangenen Jahr auf 1.933 gestiegen. Im Vorjahr waren 1.886 Fälle gemeldet worden, wie aus dem am Donnerstag in Den Haag veröffentlichten Jahresbericht der zuständigen Überwachungskommissionen hervorgeht. Die regionalen Kommissionen prüfen jeweils, ob die gesetzlichen Vorschriften eingehalten werden.

Die weitaus größte Zahl derjenigen, die um aktive Sterbehilfe nachsuchten (1.713 Patienten), litt an Krebs. In 1.585 Fällen sei die Sterbehilfe in der Wohnung des Patienten durchgeführt worden. In den restlichen Fällen sei die Sterbehilfe in Krankenhäusern, Pflegeheimen oder bei Angehörigen erfolgt. In drei Fällen sahen die Gremien 2005 eine Verletzung der gesetzlichen Vorschriften. Diese Fälle wurden an die Staatsanwaltschaften weitergeleitet. Laut niederländischen Medienberichten wurden allerdings keine Strafverfahren eröffnet. Die Kommissionen seien auch verpflichtet, Formfehler zu melden, wurde ein Sprecher zitiert.

Ärzte in den Niederlanden müssen jeden Fall aktiver Sterbehilfe melden. Allerdings geht die Regierung davon aus, dass bei weitem nicht alle Fälle tatsächlich registriert werden. Schätzungen zufolge könnten es doppelt so viele Euthanasie-Fälle geben wie tatsächlich gemeldet werden.

Sterbehilfe ist in den Niederlanden seit April 2002 dann erlaubt, wenn ein Patient unerträglich leidet, aussichtslos krank ist und mehrfach ausdrücklich darum gebeten hat. Der Arzt muss einen Kollegen um Mitentscheidung bitten. Die Staatsanwaltschaft wird nur bei Zweifeln an der ärztlichen Entscheidung angerufen. Sollte sich herausstellen, dass der Arzt gegen die Regeln verstoßen hat, drohen ihm bis zu zwölf Jahre Haft. Die Niederlande waren das erste Land, das aktive Sterbehilfe legalisierte. /kna

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