USA: Bush fordert Kostensenkung im Gesundheitswesen
Mittwoch, 3. Mai 2006
George Bush /dpa
Washington - Der amerikanische Präsident George W. Bush hat mit ungewöhnlich scharfen Worten den starken Anstieg der Gesundheitskosten im amerikanischen Gesundheitswesen kritisiert. Der Präsident bezeichnete die Kostensteigerungen als „nicht akzeptabel“ und kündigte Schritte an, um gegen die Kostenexplosion vorzugehen.
Wie Bush in Washington sagte, seien allein die Beiträge für private Krankenversicherungen (PKV) in den vergangenen fünf Jahren um 73 Prozent gestiegen. „Es ist nicht akzeptabel, dass die Gesundheitskosten in unserem Land derart stark steigen“, so der Präsident in einer Rede vor Delegierten der „American Hospital Association“. Bush forderte den Kongress auf, „schnell“ etwas zu unternehmen.
Das Weiße Haus hatte erst kürzlich ein umfangreiches Paket an Gesundheitsreformen vorgelegt, das allerdings in wichtigen Teilen von den oppositionellen Demokraten blockiert wurde. Bush nutzte die neuesten Zahlen über steigende Kosten, um die Demokraten unter Druck zu setzen, mehr Kompromissbereitschaft zu zeigen. Kostentreiber Nummer eins seien weiterhin die amerikanischen Krankenhäuser. Der Präsident wies zudem darauf hin, dass immer mehr amerikanische Firmen aus Kostengründen ihren Beschäftigten keinen Krankenversicherungsschutz anböten. Auch dies sei „nicht akzeptabel“.
Amerikanische Ärzteverbände begrüßten die Äußerungen des Präsidenten. Die Ärzteschaft macht seit langem darauf aufmerksam, dass sich immer mehr Amerikaner keinen Arzt oder Krankenhausbesuch mehr leisten können, da die Kosten zu hoch sind. Gleiches gelte für viele verschreibungspflichtige Arzneimittel. Auch hier müssten die Kosten nachhaltig gesenkt werden, so der amerikanische Ärztebund. /KT
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