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Frühe kardiale Probleme durch Vioxx®

Donnerstag, 4. Mai 2006

ddp

Montreal - Anders als bislang angenommen, hat der Cox-2-Inhibitor Rofecoxib (Vioxx) die Patienten nicht erst nach langfristiger Einnahme gefährdet. Nach einer Studie im Canadian Medical Association Journal (2006; doi:10.1503/cmaj.051679) ereignete sich jeder vierte Herzinfarkt bereits in den ersten beiden Wochen der Einnahme.

Vioxx wurde Ende September 2004 vom Hersteller Merck (in Deutschland MSD) vom Markt genommen, nachdem die APPROVe-Studie (Adenomatous Polyp Prevention on Vioxx, NEJM 2005; 352: 1092-1102) gezeigt hatte, dass die Einnahme in den ersten 18 Monaten zu einer Verdopplung der schweren thrombotischen Ereignisse wie Herzinfarkt und Schlaganfall führt. In der VIGOR-Studie (Vioxx Gastrointestinal Outcomes Research, NEJM 2005; 352: 1092-102) wurde ein ähnlicher Anstieg bereits nach 9 Monaten registriert. In den von der FDA vorgestellten Daten war eine Divergenz zwischen den Studiengruppen bereits im ersten Monat erkennbar. Der Einsatz von intravenösem Parecoxib gefolgt von oralem Valdecoxib in der Herzchirurgie führte dagegen bereits nach 10 Tagen zu einem erhöhten kardialen Risiko.

Nach den jetzt von Linda Lévesque von der Abteilung für Epidemiologie und Biostatistik der McGill Universität vorgestellten Ergebnissen muss auch nach Rofecoxib bereits frühzeitig mit kardialen Ereignissen gerechnet werden. Die Wissenschaftlerin verglich die Verschreibungsdaten von Rofecoxib und des verwandten Cox-2-Inhibitors Celecoxib (Celebrex®) mit den Eintragungen eines Krankenhausregisters, da die Patienten im Fall eines Herzinfarktes in einer Klinik versorgt wurden. In die Studie waren Patienten im Alter von über 66 Jahren eingeschlossen. 

In dieser Gruppe war das Herzinfarktrisiko bereits nach der Erstverordnung von Rofecoxib um 67 Prozent erhöht (adjustierte Rate Ratio RR =1,67, 95-Prozent-Konfidenzintervall 1,21-2,30). Die Infarkte traten median nach 9 Tagen auf. Für Celecoxib wurde für die Erstverordnung ein geringeres und statistisch nicht signifikantes Risiko ermittelt (RR 1,29, 0,90-1,83).

Bei der wiederholten Verordnung von Rofecoxib war das Herzinfarktrisiko nur noch gering und nicht mehr signifikant erhöht (RR 1,17; 0,98-1,40). Für Celecoxib wurde gar kein erhöhtes Risiko mehr gefunden (RR 0,97; 0,82-1,14). Die Gesamtdauer der Behandlung hatte keinen Einfluss auf das Risiko. Nach den Berechnungen der Autoren ereignete sich jeder vierte Herzinfarkt in den ersten 2 Wochen der Therapie. /rme

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