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Widerstand britischer Ärzte gegen Freigabe von Sterbehilfe

Mittwoch, 10. Mai 2006

London - Vor der entscheidenden Parlamentsdebatte haben sich britische Ärzte gegen ein Gesetz zur Freigabe aktiver Sterbehilfe gewandt. Bei einer Umfrage unter 5.000 Medizinern sprachen sich laut Medienberichten vom Mittwoch 73 Prozent gegen eine Liberalisierung des bestehenden Verbots aus. 26 Prozent unterstützten die Gesetzesinitiative, über die nach langer Debatte am Freitag im Oberhaus entschieden werden soll. 95 Prozent der befragten Palliativmediziner forderten, das Sterbehilfeverbot aufrecht zu erhalten.

Dagegen präsentierten Sterbehilfe-Befürworter ein Gutachten, wonach eine Legalisierung die Zahl der tatsächlichen Fälle verringern könnte. Bislang gebe es eine hohe Dunkelziffer von Euthanasie in der Illegalität. „Das derzeitige Verbot reicht nicht aus, um Ärzte abzuschrecken, die im Geheimen arbeiten“, sagte die Medizin-Ethikerin Sheila McLean der Tageszeitung „Times“.

Die zu Jahresbeginn neu gegründete Dachorganisation der Euthanasie-Befürworter „Dignity in Dying“ (Würde beim Sterben) wies die Umfrage als nicht repräsentativ zurück. Zudem sei die Antwortfrist zu kurz gewesen. Innerhalb von 48 Stunden sei eine echte Meinungsbildung zu diesen schwierigen Fragen nicht möglich. Bei der Umfrage der Ärzte-Organisation Royal College of Physicians hatten sich in den vergangenen Tagen 5.111 Mediziner beteiligt.

Durch das geplante Sterbehilfe-Gesetz sollen britische Ärzte die Möglichkeit erhalten, unheilbar kranken Patienten tödliche Medikamente zu verschreiben. Diese könnten die Patienten dann selbst einnehmen. Eine zuerst vorgesehene Freigabe der Tötung auf Verlangen wurde nach breiter Kritik aus dem Entwurf gestrichen. 

Die anglikanische und die katholische Kirche hatten wiederholt eindringlich vor dem Gesetz gewarnt. Die größte britische Ärztevereinigung „British Medical Association“ erklärte sich „neutral“. /kna

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