| Angeklagt: Hwang Woo Suk /dpa |
Seoul - Der als Betrüger enttarnte südkoreanische Klonforscher Hwang Woo Suk muss sich vor Gericht verantworten. Die Staatsanwaltschaft in Seoul erhob gegen den früheren Star-Wissenschaftler Anklage wegen Betrugs, Veruntreuung und Verstoßes gegen die Regeln der Bio-Ethik, wie Staatsanwalt Lee In Kyu am Donnerstag mitteilte. Im Zusammenhang mit dem Fälschungsskandal seien fünf weitere Wissenschaftler angeklagt worden.
Die Anklage stützt sich auf die Untersuchung eines Expertengremiums an der Nationaluniversität von Seoul, demzufolge Hwangs Arbeiten zur angeblich ersten Klonung menschlicher Embryonen gefälscht seien. Außerdem soll Hwang etwa drei Millionen Dollar an Spenden veruntreut haben. Einen Teil des Geldes habe er verwendet, um menschliche Eizellen von Spendern zu kaufen, sagte Staatsanwalt Lee auf der im Fernsehen übertragenen Pressekonferenz. Der Kauf verstieß nach Auffassung der Staatsanwaltschaft gegen das südkoreanische Bio-Ethik-Gesetz.
Der Untersuchungsausschuss der Hochschule hatte Hwangs gesamte Stammzellforschung zu Beginn des Jahres für gefälscht erklärt. Seine Forschungsberichte hatten international Hoffnungen geweckt, maßgeschneiderte Stammzellen könnten eines Tages zur Behandlung von Krebs, Diabetes und Alzheimer eingesetzt werden. Hwang hatte nach der Enthüllung gestanden, einen Teil seiner Forschungsgelder als Spenden für Politiker abgezweigt zu haben. /kna
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