Deutsche nutzen Möglichkeit zur Behandlung im Ausland sehr zurückhaltend
Freitag, 19. Mai 2006
Brüssel - Die Deutschen lassen sich nach wie vor am liebsten im Inland behandeln. Das gilt vor allem für die haus- und fachärztliche Versorgung. Am höchsten ist die Bereitschaft ins Ausland, zum Beispiel nach Polen oder Tschechien, zu gehen, um dort günstige Arzneimittel zu erwerben oder eine Badekur zu machen. Das ergab eine Befragung von 2.400 Deutschen, Polen und Tschechen in der Grenzregion zwischen Sachen, Brandenburg und den benachbarten polnischen und tschechischen Gebieten.
Lediglich acht Prozent der befragten Deutschen gaben an, schon einmal in einem der beiden Nachbarländer medizinisch versorgt worden zu sein. In 38 Prozent geschah dies aufgrund eines Notfalls. Dass die Deutschen nur äußerst zurückhaltend ärztliche und Krankenhausleistungen bei den östlichen Nachbarn in Anspruch nehmen, liegt der Untersuchung zufolge vor allem daran, dass sie mit der medizinischen Versorgung im eigenen Land relativ zufrieden sind. Anders als die Polen beispielsweise, die in vielen Bereichen ihres Gesundheitssystems einen hohen Nachholbedarf sehen.
Auch suchen die meisten Grenzbewohner lieber einen Arzt oder ein Krankenhaus in ihrer Heimat auf, da sie zu wenig über die Versorgungsstrukturen in den Nachbarländern Bescheid wissen. 68 Prozent der Deutschen gaben an, nur schlecht bis gar nicht über die Behandlungsqualität, die Möglichkeiten der Arztwahl sowie die Modalitäten der Kostenübernahme in den benachbarten Gesundheitssystemen informiert zu sein.
Allerdings, so ein weiteres Ergebnis der Befragung, könnten sich viele Deutsche vorstellen, Kuren oder Zahnersatz in Polen oder Tschechien nachzufragen, vorausgesetzt, die Qualität der Versorgung und die Übernahme der Kosten sind garantiert. Als zentralen Ansprechpartner für Fragen dieser Art sehen sie die Krankenkassen. /ps
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