Pseudomonas-Bakterium kann sich von Hygieneprodukten ernähren
Dienstag, 23. Mai 2006
Braunschweig – Der Krankheitserreger Pseudomonas aeruginosa ist in der Lage, sich von den Bestandteilen verschiedener Hygieneprodukte zu ernähren. Darauf haben Wissenschaftler der Gesellschaft für Biotechnologische Forschung (GBF) in Braunschweig und der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) hingewiesen. Sie publizierten ihre Ergebnisse in der Zeitschrift Proceedings of the National Acadamy of Sciences of the United States of America (2006; 103: 7631-7636).
Das Bakterium Pseudomonas aeruginosa ist ein gefürchteter Hospitalismuserreger. Er kann sehr hartnäckige Infektionen hervorrufen und ist gegen eine Vielzahl von Antibiotika resistent. Durch seine hohe Umweltpersistenz kann der Erreger selbst in Desinfektionsmittellösungen auftreten.
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Die Braunschweiger Wissenschaftler untersuchten unter anderem die Substanz Sodiumdodecylsulfat (SDS). Sie ist ein Grundbestandteil vieler schäumender Hygieneartikel, zum Beispiel von Shampoos. Durch seine seifenähnliche Struktur löst es die Zellmembranen von Bakterien auf und ist daher für viele Bakterien tödlich. Pseudomonas aeruginosa sondert jedoch ein SdsA1 genanntes Enzym ab, das SDS spaltet.
„SdsA1 repräsentiert eine bisher nicht beschriebene Klasse von Sulfatasen, die es dem Erreger erlauben, unter bakteriziden Bedingungen zu überleben“, hieß es aus der Arbeitsgruppe. Sie hat den räumlichen Aufbau von SdsA1 bis ins Detail untersucht und konnte nach eigenen Angaben „dem Enzym regelrecht bei der Arbeit zusehen“. Dabei fanden die Wissenschaftler heraus, dass die gespaltenen Bruchstücke vom Erreger anschließend als Nährstoffe genutzt werden. /hil
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