Studie: Mehrheit der belgischen Ärzte billigt Sterbehilfe
Mittwoch, 7. Juni 2006
Brüssel - Eine Mehrheit der belgischen Ärzte billigt laut einer neuen Studie die aktive Sterbehilfe. Drei Viertel der Befragten haben angegeben, ein an einer unheilbaren Krankheit leidender Patient habe das Recht, seinen Todeszeitpunkt selbst zu bestimmen, berichteten belgische Zeitungen am Mittwoch. Leide er an einer psychologischen Krankheit, teilten immer noch 50 Prozent diese Auffassung, so eine vom Gesundheitsministerium in Auftrag gegebene Studie.
Beihilfe zum Selbstmord lehnen demnach 58 Prozent der Ärzte ab. 62 Prozent sind der Auffassung, aktive Sterbehilfe dürfe kein isolierter Akt sein, sondern müsse im Zusammenhang mit sterbebegleitender Behandlung stehen. Etwa die Hälfte der Befragten gab an, einem Patientenwunsch nach Sterbehilfe entsprechen zu wollen. Vor allem unheilbare Krebserkrankungen sehen belgische Ärzte als Grund an, eine Behandlung einzustellen oder gar nicht erst zu beginnen.
Seit 2002 ist Sterbehilfe in Belgien bei Erwachsenen unter bestimmten Voraussetzungen erlaubt. Bedingung für Straffreiheit ist, dass ein erwachsener Kranker im Vollbesitz seiner geistigen Kräfte den Wunsch zu sterben „freiwillig, überlegt und wiederholt“ geäußert hat. Zudem muss er an einer unheilbaren Krankheit leiden, die ein Weiterleben für den Patienten körperlich wie psychisch unerträglich macht. /kna
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