Studie: Psychiatrische Versorgung in Australien mangelhaft
Mittwoch, 14. Juni 2006
Sydney - Die Versorgung psychisch kranker Patienten in Australien ist unzureichend. Ohne eine umfassende Reform der Psychiatrie dürfte sich diese Situation in den kommenden Jahren noch weiter verschärfen. Zu diesem Ergebnis kommen Experten vom „Mental Health Council of Australia“ (MHCA) in einer Studie. Sie empfehlen der australischen Regierung eine Reform der Psychiatrie und die Bereitstellung zusätzlicher Finanzmittel.
Wie die Experten des feststellen, entstehen in Australien rund 13 Prozent aller Gesundheitskosten durch psychische Erkrankungen. Dagegen würden lediglich sieben Prozent des Gesundheitsetats für die Psychiatrie ausgegeben, heißt es weiter. „Ohne die Aufstockung der Finanzmittel wird sich die fachärztliche Versorgung psychisch kranker Patienten in Australien weiter verschlechtern“, kritisieren die Experten.
Der MHCA verlangt, dass das australische Gesundheitsministerium in den kommenden fünf Jahren rund zwei Milliarden Dollar zusätzlich in die Psychiatrie investiert. Dabei müsse vor allem die ambulante Versorgung psychisch kranker Patienten verbessert werden. Nach wie vor fehlten entsprechende Versorgungsangebote für Patienten, die zwar nicht länger stationär versorgt werden müssten, die allerdings auch noch nicht auf sich allein gestellt leben könnten. Australische Ärzteverbände begrüßten die Vorlage des Reports. Fachärzte weisen seit Jahren darauf hin, dass die Psychiatrie schon zu lange ein Stiefkind der australischen Gesundheitspolitik sei. /KT
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