Britische Forscher entwickeln neuen Gentest für Embryonen
Montag, 19. Juni 2006
Prag - Britische Wissenschaftler haben nach eigenen Angaben einen revolutionären neuen Gentest für Embryonen entwickelt. Damit könnten Paare, die sich einer künstlichen Befruchtung unterziehen, eine Reihe von Erbkrankheiten bei ihrem Kind ausschließen, ohne wie bisher die Zahl der einsetzbaren Embryonen von vornherein signifikant reduzieren zu müssen, erklärte das Forscherteam aus London am Montag auf einer Konferenz der European Society of Human Reproduction in Prag. Die neue Technik sei für die Überprüfung der genetischen Anlagen der Embryonen bahnbrechend.
Bisher können Labore Defekte nur dann nachweisen, wenn ein Gen eine schon bekannte Mutation aufweist, die noch dazu gut zu erkennen ist. Bei Krankheiten, die nur bei Männern auftreten, müssen die männlichen Embryonen im Zweifel vernichtet werden. Damit stehen den Paaren nur noch halb so viele Embryonen zur Verfügung.
Nach der neuen Methode wird den Embryonen eine Zelle entnommen und diese eine Million Mal vergrößert. Auf diese Weise sollen rund ein dutzend Krankheitsmerkmale genauer untersucht werden können. Zudem kann überprüft werden, ob die Zelle zwei Chromosomensätze enthält. Die Methode sei seit drei Monaten im Einsatz, erklärten die Wissenschaftler der Stiftung Guy's and St. Thomas' NHS Foundation Trust in London. Dank der neuen Technik erwarteten zurzeit fünf Paare gesunde Babys. Zu den erkennbaren Krankheiten gehören demnach Mukoviszidose und das Prader-Willi-Syndrom. /afp
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