Niederlande: Palliative Medizin mehr als Schmerzlinderung
Donnerstag, 22. Juni 2006
Den Haag - Der erste Lehrstuhlinhaber für Palliativmedizin in den Niederlanden sieht in schmerzlindernden Therapien mehr als eine Methode zur Hilfe für unheilbar Kranke. Kris Vissers sagte laut Medienberichten vom Donnerstag bei seiner Antrittsvorlesung in Nimwegen, dass es auch um die Erleichterung bei psychologischen, sozialen und spirituellen Problemen gehe.
„Wir müssen palliative Fürsorge aus dem Endstadium einer schweren Krankheit herausholen. Schon zu einem viel früheren Zeitpunkt der Erkrankung kann sie viel für den Patienten bedeuten“, so Vissers. Bereits bei der Diagnose einer lebensbedrohenden Krankheit müsse auf die Möglichkeiten der palliativen Medizin als Bestandteil des Behandlungsplans hingewiesen werden. Vissers geht davon aus, dass sich längerfristig die palliative Medizin zu einer selbstständigen medizinischen Fachrichtung entwickeln wird.
In den Niederlanden sind die palliativen Möglichkeiten zur Behandlung von Patienten mit einer nicht heilbaren, weit fortgeschrittenen Erkrankung mit begrenzter Lebenserwartung wie etwa Krebs oder Aids häufig von der gesetzlichen Sterbehilferegelung überschattet worden. Danach können Ärzte bei unheilbaren Erkrankungen und unerträglichem Leid unter bestimmten Voraussetzungen Patienten auf deren Wunsch straffrei bei der Beendigung des Lebens helfen. /kna
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