Vorerst kein Verbot selektiver Abtreibungen in China
Montag, 26. Juni 2006
Peking - Die seit der Einführung der Ein-Kind-Politik in der Volksrepublik China vielfach vorgenommene gezielte Abtreibung weiblicher Föten wird vorerst nicht verboten. Wie die Zeitung „China Daily“ am Montag berichtete, gab es für diesen Antrag im Nationalen Volkskongress keine Mehrheit. Der Vorschlag sah eine Zusatzbestimmung im Strafrecht vor, nach der die Beteiligten an selektiven Abtreibungen zu jeweils bis zu drei Jahren Gefängnis hätten verurteilt werden können.
Bei dem Thema gebe es „große Meinungsverschiedenheiten“, sagte ein Parlamentarier. So sei die Meinung verbreitet, die Frauen hätten das Recht, das Geschlecht des erwarteten Kindes zu kennen. Seit den ersten Bestimmungen zur staatlich verordneten Beschränkung der Geburtenzahlen 1979 suchen viele Paare nach Möglichkeiten, gezielt einen männlichen Nachfahren zu bekommen. Das gilt insbesondere in ländlichen Gegenden. Inzwischen werden landesweit je hundert Mädchen 119 Jungen geboren. /afp
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