Auch koffeinfreier Kaffee beugt Typ-2-Diabetes mellitus vor
Dienstag, 27. Juni 2006
Minneapolis - Erneut kommt eine prospektive Beobachtungsstudie zu dem Ergebnis, dass der regelmäßige Genuss von Kaffee das Risiko, an einem Typ-2-Diabetes mellitus zu erkranken, senkt. Die bisherige Vermutung, dass Koffein für diese Wirkung verantwortlich ist, wurde in der jetzigen Publikation in den Archives of Internal Medicine (2006; 166: 1311-1316) jedoch widerlegt.
Damit bleibt weiter unklar, warum Kaffeetrinker seltener an Diabetes erkranken. Eine solche Assoziation war in den letzten Jahren in fünf prospektiven Studien herausgekommen. Dies beweist allerdings nicht, dass der Kaffeekonsum selbst für die protektive Wirkung verantwortlich ist. Denkbar ist auch, dass andere Eigenschaften der Kaffeetrinker für die protektive Wirkung verantwortlich sind. Welche dies sein könnten, ist aber ein Rätsel. Die aktuelle Studie schließt anthropometrische Faktoren (Gewicht und Größe), den Lebensstil (Sport oder Genuss alkoholischer Getränke, Rauchen) oder soziale Unterschiede (Bildung, Ehe, Wohnort) aus.
Auch nach der Hormontherapie waren die 28.812 Teilnehmerinnen der Iowa Women's Health Study 1986 befragt worden. Alle diese Faktoren erklären jedoch nicht, warum Frauen, die sechs oder mehr Tassen Kaffee am Tag trinken, in den 11 Folgejahren zu 22 Prozent seltener an einem Typ-2-Diabetes mellitus erkranken. (Relatives Risiko RR = 0,78; 95-Prozent-Konfidenzintervall 0,61-1,01). Die Assoziation verfehlte zwar das Signifikanzniveau, zusammen mit den anderen Studien dieser Art dürfte jedoch zweifelsfrei eine Assoziation bestehen.
Nun wäre es interessant zu wissen, welcher der unzähligen Inhaltsstoffe des Kaffees für diese Wirkung verantwortlich ist. Der „Wirkstoff“ Koffein scheint es nicht zu sein. Denn nach den von Mark Pereira und Mitarbeitern der Universität von Minnesota in Minneapolis vorgestellten Daten hat entkoffeinierter Kaffee sogar noch eine bessere Wirkung als koffeinhaltiger Kaffee (RR 0,67 versus 0,79). Auch der hohe Magnesiumgehalt von Kaffee oder die im Getränk enthaltene Phytinsäure machen nicht den positiven Nebeneffekt des Getränks aus. /rme
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