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Mitralklappenoperation auch bei älteren Patienten sicher

Dienstag, 18. Juli 2006

Rochester - Die Fortschritte in der Herzchirurgie haben dazu geführt, dass eine Mitralklappenoperation auch bei älteren Patienten noch sicher durchführbar ist. Selbst bei über 75-Jährigen ist der Eingriff nach Erfahrungen der Mayo-Clinic in Circulation (2006, 10.1161/CIRCULATIONAHA.106.619239) noch erfolgversprechend. 

Zweifellos nehmen die Operationsrisiken bei älteren Menschen zu. Dies gilt insbesondere für Patienten mit Mitralinsuffizienz. Der Anteil der Patienten mit schweren Symptomen steigt mit zunehmendem Alter. Viele der Patienten haben Vorhofflimmern, eine koronare Herzkrankheit, erhöhte Kreatininwerte oder andere Begleiterkrankungen. Chirurgen lehnten in der Vergangenheit den Eingriff als riskant ab. Auch an der Mayo-Clinic lag die perioperative Sterblichkeit Anfang der 80er-Jahre noch bei 27 Prozent. Sie ist indes, wie die Gruppe um Maurice Enriquez-Sarano nach einer retrospektiven Auswertung der Klinikakten berichtet, bis 1995 auf 5 Prozent abgefallen. Dies ist kein Phänomen, was nur die über 75-Jährigen betrifft. Auch in anderen Altersgruppen sind die Chancen auf einen erfolgreichen Ausgang der Operation gestiegen. Die perioperative Sterblichkeit beträgt nur noch 3 Prozent gegenüber 16 Prozent vor 25 Jahren.

Immer häufiger wird die Mitralklappe repariert, anstatt sie gegen eine künstliche Klappe zu ersetzen. Der Anteil der Reparaturen stieg von 30 auf 84 Prozent und von 31 auf 93 Prozent bei den degenerativen Formen der Mitralinsuffizienz, die im Alter häufiger sind. Nichtdegenerative Formen sind dagegen eher Folge von angeborenen Herzfehlern oder des rheumatischen Fiebers.

1.344 Patienten wurden an der Mayo-Clinic in den Jahren 1980 bis 1995 operiert. Der Zeitraum wurde auf 1995 begrenzt, um die langfristige Prognose der Patienten zu untersuchen. Fünf Jahre nach der Operation lebten noch 85 Prozent der Patienten, bei denen der Eingriff vor dem 65. Lebensjahr durchgeführt wurde. Diese 5-Jahres-Überlebensrate sank zwar, je älter die Patienten bei der Operation waren. Doch ein über 75-Jähriger hat heute eine 57-prozentige Chance, nach der Operation noch weitere fünf Jahre zu leben. In einer Multivariat-Analyse, in der der Einfluss der Alters herausgerechnet wurde, waren die langfristigen Überlebenschancen sogar für jung und alt die gleichen.

Die Ergebnisse sind sicher nicht eins zu eins auf andere Kliniken übertragbar. Gerade bei Risikopatienten, zu denen ältere Menschen per se gehören, spielt neben der Geschicklichkeit des Chirurgen am Op-Tisch auch die Auswahl der Patienten eine ausschlaggebende Rolle. Idealerweise müsste deshalb eine randomisierte kontrollierte Studie durchgeführt werden, in der die Einschlusskriterien genau festgelegt werden müsste. Hierzu dürfte es jedoch kaum kommen, schon gar nicht, falls die jetzige Publikation, wie fast anzunehmen, Normen setzt. /rme

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