Baden-Württemberg: Ärzte und Kassen gemeinsam gegen Gesundheitsreform
Montag, 14. August 2006
Stuttgart - Gewarnt vor den Folgen der geplanten Gesundheitsreform haben in Baden-Württemberg Ärzte und Krankenkassen. „Es wird die regionale Vertragskompetenz in Selbstverwaltung einfach so abgeschafft, als ob sie Selbstzweck wäre. Die Folgen sind für alle Beteiligten negativ: Dem Patienten droht eine Einheitsversorgung, die keine zusätzlichen Leistungen, die sich aus dem medizinisch-technischen Fortschritt ergeben, kennt. Der Patient wird für solche Zusatzleistungen vielmehr in die eigene Tasche greifen müssen“, sagte der Vorsitzende der AOK Baden-Württemberg, Dr. Rolf Hoberg.
Vor den finanziellen Folgen der Reform in dem Bundesland hat der Vorsitzende des Landesverbandes der Betriebskrankenkassen (BKK), Konrad Ehing, gewarnt: „Wir haben errechnet, dass bei bundeseinheitlich festgelegten Beiträgen und Gebühren für ärztliche Leistungen und für Krankenhausbehandlungen über alle Kassenarten hinweg insgesamt rund 440 Millionen Euro weniger in Baden-Württemberg zur Verfügung stehen werden“, so Ehing. Das habe Auswirkungen auf den gesamten Gesundheitsmarkt in Baden-Württemberg.
Der Vorstandsvorsitzende der KV, Dr. Achim Hoffmann-Goldmayer, kritisierte, die KV habe eine lange Tradition, die Versorgungsqualität für die Patienten durch individuelle regionale Vertragsabschlüsse mit den Kassen zum Wohle der Patienten zu gestalten. Die hiesigen Regelungen zur Behandlung von Dialysepatienten beispielsweise führten gemessen am Bundesdurchschnitt zu einer verbesserten Lebenserwartung der Betroffenen. „Solche wirkungsvollen Zusatzangebote gehören mit der Gesundheitsreform dann wohl der Vergangenheit an“, bemängelte Hoffmann-Goldmayer. /hil
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