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Ärzteschaft

Annäherung im Tarifstreit für Ärzte an kommunalen Kliniken

Freitag, 18. August 2006

Düsseldorf - Im Tarifstreit der Ärzte an kommunalen Krankenhäusern rückt eine Einigung offenbar in greifbare Nähe. Die Verhandlungsführer der Ärztegewerkschaft Marburger Bund  (MB) und der Vereinigung der kommunalen Arbeitgeberverbände (VKA), Lutz Hammerschlag und Otto Foit, zeigten sich am Mittwochnachmittag zuversichtlich, am selben Tag zu einer Verständigung zu kommen. „Wir arbeiten zielstrebig daran“, sagte Hammerschlag. Derweil erreichte die Ärzte-Streikwelle einen neuen Höhepunkt.

Am Mittag kamen in Düsseldorf beide Parteien in Arbeitsgruppen zusammen, um über Einzelpunkte wie Gehälter und Bereitschaftsdienste zu verhandeln. Anschließend sollten die Ergebnisse in der großen Verhandlungsrunde mit allen Beteiligten besprochen werden.

Hammerschlag wagte am Morgen noch keine Prognose, ob die Tarifgespräche im Laufe des Mittwochs den Durchbruch bringen. Man sei auf einem „sehr schwierigen Weg“ und müsse „Brocken beiseite schaffen“, erklärte er. Zu den umstrittenen Punkten zählte er Fragen der Bezahlung und der Arbeitszeit. VKA-Verhandlungsführer Foit zeigte sich dagegen „zuversichtlich, dass wir zu einem positiven Ende kommen“. Man habe einen „Faden entwickelt, an dem wir weiter arbeiten können“, betonte er.

Parallel zu den Verhandlungen streikten die Ärzte weiter. Nach Angaben des MB legten 17.200 Mediziner in 185 Krankenhäusern die Arbeit nieder. Dies sei die höchste Zahl seit Beginn des Streiks vor acht Wochen. Zu einer bundesweiten Demonstration mit dem Vorsitzenden des MB, Frank Ulrich Montgomery, in Frankfurt am Main kamen rund tausend Ärzte.

Die Gespräche zwischen MB und der VKA waren im Juli nach rund vier Monaten Dauer zunächst gescheitert, nachdem die Ärztegewerkschaft ein erstes Angebot der Arbeitgeber als zu niedrig abgelehnt hatte. Die VKA schloss später mit der Gewerkschaft Verdi einen Tarifvertrag für alle kommunalen Krankenhaus-Beschäftigten ab. Der Marburger Bund fordert dagegen einen arztspezifischen Tarifvertrag, der sich an dem im Juni abgeschlossenen Tarifvertrag für die Ärzte an den Universitätskliniken orientieren soll. Die Arbeitgeber lehnen dies als unbezahlbar ab. © ddp/aerzteblatt.de

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