Krankenkassen warnen vor Verstaatlichung des Gesundheitswesens
Donnerstag, 28. September 2006
Berlin - Die Spitzenverbände der Krankenkassen laufen Sturm gegen den von der Koalition geplanten einheitlichen Dachverband der Kassen. Die sieben Spitzenverbände erklärten am Donnerstag in Berlin in einer gemeinsamen Mitteilung, dies sei ein „Versuch, über kurz oder lang ein staatliches Gesundheitssystem aufzubauen“.
Zwar hätten die Kassen in dem Dachverband formal ein Mitspracherecht. Faktisch deute aber alles darauf hin, dass ein dreiköpfiger Vorstand „an der kurzen Leine des Gesundheitsministeriums entscheide, welche Leistungen der Ärzte und Krankenhäuser wie bezahlt werden“. Die Kassen hätten damit auf rund 70 Prozent der ihnen zugewiesenen Mittel keinen Einfluss mehr.
Die heutigen Strukturen zu zerschlagen, brächte zudem keinerlei Effizienzgewinn, sondern komme vielmehr den Versicherten und Arbeitgebern „teuer zu stehen“, warnen die sieben Verbände. © /ddp/aerzteblatt.de
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