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Marburger Bund appelliert an EU: „Bereitschaftsdienst muss Arbeitszeit bleiben“

Donnerstag, 19. Oktober 2006

Berlin - Vor einer Änderung der europäischen Arbeitszeitrichtlinie hat der Marburger Bund gewarnt. Nach dem Willen der Kommission der Europäischen Union (EU) sollen die Staatschefs auf ihrem Sondergipfeltreffen im finnischen Lathi einer Veränderung der Arbeitszeitrichtlinie zustimmen. Diese sieht unter anderem vor, Bereitschaftsdienste nicht mehr automatisch als Arbeitszeit zu werten: Zukünftig sollen die Bereitschaftsdienste in aktive und inaktive Phasen unterteilt werden, wobei nur aktive Phasen Arbeitszeit sein sollen.

Der zweite Vorsitzende des MB, Rudolf Henke, appellierte an die europäischen Staats- und Regierungschefs, diesem Vorschlag nicht zuzustimmen, da sich die bisherige Arbeitszeitrichtlinie aus Gründen des Arbeits- und Patientenschutzes ausgezahlt habe. „Bereitschaftsdienste müssen auch weiterhin zu 100 Prozent als Arbeitszeit gewertet werden, damit überlange Marathon-Schichten der Klinikärzte auch im Sinne der Patienten verboten bleiben“, erklärte Henke. 

Henke erinnerte daran, dass der deutsche Gesetzgeber die Umsetzung der europäischen Arbeitszeitrichtlinie in deutsches Recht erst für Anfang 2007 vorgesehen habe. „Mit der im Raum stehenden Änderung der Bereitschaftsdienstbewertung würde die Europäische Union die lang ersehnten Verbesserungen der ärztlichen Arbeitsbedingungen in Deutschland geradezu konterkarieren“, so Henke. © hil/aerzteblatt.de

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