FDA: Warnung vor Venlafaxin-Überdosierungen
Donnerstag, 26. Oktober 2006
Washington - Die amerikanische Zulassungsbehörde warnt vor möglichen tödlichen Überdosierungen mit dem Antidepressivum Venlafaxin. Vor allem Patienten, die das Medikament zusammen mit Alkohol und/oder anderen Drogen einnähmen, seien gefährdet.
Anlass für die Änderung der Fachinformation sind schwere Zwischenfälle, die dem Hersteller im Rahmen der Postmarketing Surveillance gemeldet wurden. Am häufigsten kam es dabei zu Tachykardien, Bewusstseinsstörungen (von Somnolenz bis zum Koma), zu Mydriasis, Krampfanfällen und Erbrechen. Berichtet wurden auch EKG-Veränderungen, etwa eine Verlängerung des QT-Intervalls, Schenkelblöcke oder QRS-Verlängerungen, ebenso ventrikuläre Tachykardien, Blutdruckabfälle Rhabdomyolysen, Vertigo, Lebernekrose, Serotoninsyndrom und Todesfälle.
Hinweise auf Überdosierungen mit Venlafaxin finden sich auch in retrospektiven Studien. Das Risiko war größer als bei den SSRI-Antidepressiva, aber geringer als bei den trizyklischen Antidepressiva. Zwischen beiden nimmt der Serotonin-Noradrenalin Reuptake-Inhibitor Venlafaxin eine Zwischenstellung ein.
Die FDA mahnt die Ärzte, das Medikament in möglichst niedriger Dosierung einzusetzen. Der Hersteller rät zur Abgabe möglichst kleiner Medikamentenmengen, was nicht nur das Risiko senke, sondern auch die regelmäßigen Arzt-Patienten-Kontakte fördere. © rme/aerzteblatt.de
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