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PKV-Chef warnt vor Leistungsmissbrauch wegen Gesundheitsreform

Freitag, 27. Oktober 2006

München - Unter den privaten Krankenversicherungen wächst die Sorge vor einem massiven Leistungsmissbrauch durch künftige Neumitglieder. Sollte die Gesundheitsreform wie vom Bundeskabinett umgesetzt werden, könnte es zu erheblichen Mitnahmeeffekten kommen, warnte der Direktor des Verbandes der Privaten Krankenversicherung (PKV), Volker Leienbach, in der Wirtschaftszeitschrift „Euro am Sonntag“. Der im Gesetzentwurf festgeschriebene Kontrahierungszwang sei „geradezu eine Einladung zum Missbrauch und Vorteilshopping“.

Es sei zu befürchten, dass Versicherte aus Kostengründen bewusst aus ihrer Krankenversicherung ausscheiden „und erst zurückkommen, wenn sie eine brauchen“, betonte Leienbach. Die dann anfallenden Kosten müssten von der übrigen Versichertengemeinschaft getragen werden. Er befürchte, „dass es eine größere Zahl von Bürgern – auch von Selbstständigen – gibt, die sich entsprechend verhalten werden“, sagte der PKV-Chef. Zudem dürfte es Nachahmungseffekte geben, da sich so etwas schnell herumspreche. Die Krankenkassen würden daher auch rechtlich versuchen, gegen dieses Verhalten vorzugehen.

Derzeit gibt es bundesweit rund 200.000 Nichtversicherte, die künftig auf Wunsch PKV-Mitglieder werden können. © ddp/aerzteblatt.de

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