Mehr als 500 Ärzte wegen Abrechnungsbetrugs im Visier der Ermittler
Montag, 6. November 2006
Bad Kreuznach - Die Staatsanwaltschaft Koblenz ist einem umfangreichen Abrechnungsbetrug bei Medizinprodukten auf der Spur, bei dem ein Schaden in Millionenhöhe entstanden ist. Gegen sieben Vorstandsmitglieder und Verkaufsmitarbeiter einer in der Region ansässigen Herstellerfirma werde wegen des Verdachts der Untreue und des Betruges ermittelt, teilte die Staatsanwaltschaft Bad Kreuznach am Samstag mit. Bislang wurden in diesem Zusammenhang Verfahren gegen 527 Ärzte eingeleitet und an Staatsanwaltschaften im gesamten Bundesgebiet abgegeben. Der Schaden beträgt nach ersten Schätzungen der Ermittler rund 15 Millionen Euro.
Bei den von der Staatsanwaltschaft Koblenz Mitte 2005 eingeleiteten Ermittlungen geht es um Betrug mit so genannten Kit-Packs, die Sprechstunden- und Praxisbedarf enthielten. Die Verdächtigen der Herstellerfirma, bei der es sich nach „Spiegel“-Informationen um die Westerwälder Firma Lohmann & Rauscher International handeln soll, sollen im großen Stil Kit-Packs an Ärzte und Zwischenhändler geliefert haben. Der Praxisbedarf wie OP-Kittel oder sterile Abdecktücher wurde umso billiger abgegeben, je mehr Sprechstundenbedarf, etwa Verbandsmaterial, der Arzt orderte.
Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie
registriert sein.
Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.
Informieren Sie sich täglich (montags bis freitags) per E-Mail über das aktuelle Geschehen aus der Gesundheitspolitik und der Medizin. Bestellen Sie den kostenfreien Newsletter des Deutschen Ärzteblattes
Leserkommentare
Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.