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Pakistan: Frauen erblinden signifikant häufiger

Montag, 6. November 2006

London – Die Wahrscheinlichkeit einer pakistanischen Frau, blind zu sein, liegt um 30 Prozent höher als für Männer. Dies geht aus einer Studie von Wissenschaftlern der Pakistan Institute of Community Ophthalmology in Peshawar, Pakistan, und der London School of Hygiene and Tropical Medicine in England hervor. Das Fachblatt Investigative Ophthalmology & Visual Science publiziert die Ergebnisse der Studie in der Novemberausgabe 2006 (2006; 47: 4749-4755). Für die Studie untersuchten die Wissenschaftler 16.600 Erwachsene Pakistani im Alter von mindestens 30 Jahren. Sie maßen das Alter und sozioökonomische Indikatoren wie Bildung und Haushaltsstärke.

Die Untersuchungen ergaben, dass Frauen eine höhere Prävalenz von Blindheit in jeder Alterskategorie aufweisen. Eine Ausnahme bilden lediglich die 30- bis 39-jährigen Frauen. Nach Ausgleich der Altersunterschiede in der Stichprobe ergab sich über alle Altersgruppen gemittelt eine um 30 Prozent erhöhte Wahrscheinlichkeit für Frauen, blind zu sein. Die Forscher führen dies darauf zurück, dass Frauen einen schlechteren Zugang zur medizinischen Versorgung haben.

Ein weiteres Ergebnis ist, dass die Regionen Punjab und Balochistan die höchste Inzidenz von Blindheit in Pakistans vier Regionen besitzt. 76,9 Prozent der Studienteilnehmer über 70 Jahren waren sehbehindert. Schätzungen gehen von 1,14 Millionen erwachsenen Blinden in Pakistan aus.

„Diese Studie, eine der wenigen nationalen repräsentativen Studien, berichtet von der Belastung durch Sehbehinderungen in diesem Land. Vor allem aber zeigt sie große Unterschiede für Geschlechter und einzelnen Regionen“, erklärt Rupert Bourne vom International Centre for Eye Health in London. „Das Wissen um Risikogruppen sollte dazu führen, Ressourcen effektiver und gerechter zu verteilen. Die Daten der Studie sagen außerdem voraus, dass die Anzahl blinder Menschen in Pakistan bis zum Jahr 2020 um 92 Prozent steigen wird. Dies unterstreicht die Bedeutung einer dringenden Verbesserung der Standards“, so Bourne. © hil/aerzteblatt.de 

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