Ausland

Großbritannien: Diskussion um Sterbehilfe bei schwerbehinderten Neugeborenen

Montag, 6. November 2006

London - In Großbritannien wird abermals kontrovers über das Thema der aktiven ärztlichen Sterbehilfe diskutiert. Anlass der neuen Ethik-Debatte sind Äußerungen des Royal College of Obstetricians and Gynaecology (RCOG) in London, wonach Fachärzte „ernsthaft überlegen“ sollten, schwer behinderte Neugeborene zu töten. Das sei oftmals „die beste Lösung“. In Großbritannien ist aktive ärztliche Sterbehilfe illegal.

Das RCOG gehört zu den konservativsten ärztlichen Berufsverbänden im Königreich. Umso erstaunlicher ist der jüngste Vorstoß in Sachen Sterbehilfe. Das College wies darauf hin, dass heute viele schwerbehinderte Neugeborene dank enormer medizinischer Fortschritte überlebten. Weder die Patienten noch deren Angehörige hätten allerdings etwas Positives von der „Lebensverlängerung zu erwarten“. Daher sei es „überlegenswert“, Ärzten die aktive Sterbehilfe zu erlauben.  

Das RCOG äußerte sich in einer schriftlichen Stellungnahme an das „Nuffield Council on Bioethics“, das sich derzeit mit dem Thema Sterbehilfe beschäftigt. Die Äußerungen sind innerhalb der britischen Ärzteschaft und Öffentlichkeit umstritten.

Ein Sprecher des Londoner Gesundheitsministeriums sagte, zunächst solle abgewartet werden, was die Experten des Nuffield Council empfehlen. Erst dann sei es „angebracht“, über eine mögliche Legalisierung der aktiven ärztlichen Sterbehilfe nachzudenken. Die großen britischen Ärzteverbände, wie die British Medical Association (BMA), sind mehrheitlich gegen eine Legalisierung der ärztlichen Sterbehilfe. © hil/aerzteblatt.de

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