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Gesundheitsverbände fordern Chancengleichheit für alle

Freitag, 10. November 2006

Berlin - Gesundheitliche Chancengleichheit darf nicht nur Aufgabe des Gesundheitsbereichs sein, sondern muss auch andere Politikfelder einschließen. Das fordert der Verbund „Gesundheitsförderung bei sozial Benachteiligten“. Initiiert von der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) beteiligen sich an dem Verbund 41 Organisationen, unter anderem Krankenkassen, Wohlfahrtsverbände, Ärzteorganisationen und die Bundesärztekammer.

„Armut ist das größte Gesundheitsrisiko“, erklärte die BZgA. Etwa elf Millionen Menschen lebten in Deutschland unter der Armutsgrenze. Jedes zehnte Kind in Deutschland wachse in Armut auf, in Berlin sogar jedes vierte. Ein niedriger Bildungsstand, Arbeitslosigkeit und ein geringes Einkommen verkürzten zum Beispiel die Lebenserwartung von Männern aus dem untersten Viertel der Einkommensskala gegenüber dem obersten Viertel im Durchschnitt um zehn Jahre (72 gegenüber 82 Jahre). Der Befund ist deutlich: „Soziale Ungleichheit führt zu ungleichen Gesundheitschancen“, so die BZgA. 

Anlässlich des vierten Treffens der Verbundmitglieder am Freitag in Köln fordern die Partner daher in einer gemeinsamen Erklärung, gesundheitliche Chancengleichheit als Querschnittsaufgabe zu etablieren. Neben dem Gesundheitsbereich komme auch der Bildungspolitik eine Schlüsselstellung zu. Daneben seien der Wirtschafts- und der Sozialbereich von besonderer Bedeutung. 

„Gesundheitliche Chancengleichheit muss zum Leitbild werden, das über die einzelnen Politikfelder hinaus wirkt und bereits frühzeitig bei der Planung von Maßnahmen und Programmen berücksichtigt wird“, forderte die Direktorin der BZgA, Dr. Elisabeth Pott. © hil/aerzteblatt.de

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