Kölner Wissenschaftler schließen Lücke bei Dopingtests
Freitag, 17. November 2006
Köln – Wissenschaftlern der Deutschen Sporthochschule in Köln ist es gelungen, eine Nachweismethode für das Protein Synacthen zu entwickeln. Die Zeitschrift Rapid Communications in Mass Spectrometry veröffentlichte die Ergebnisse der Arbeitsgruppe vorab online. Die gedruckte Dezemberausgabe wird diesen Artikel ebenfalls enthalten (2006; 20 (23): 3551 – 3556).
Synacthen hat einen ähnlichen Effekt auf den menschlichen Hormonhaushalt wie das Hypophysenhormon ACTH (Adrenocorticotropes Hormon): Es stimuliert die Ausschüttung von Corticosteroiden aus den Nebennieren. Therapeutisch kann Synacthen zu Stimulationstests bei Verdacht auf Unterfunktion der Nebennierenrinde eingesetzt werden. Die World Anti-Doping Agency stuft Synacthen als Dopingmittel. Der Einsatz des Proteins war aber bisher nicht nachweisbar.
Die Kölner Wissenschaftler haben nun ein Verfahren entwickelt, das erlaubt, Synacthen in sehr geringen Konzentrationen in Blutproben nachzuweisen. Die verwendete Methode, immunological purification genannt, kann nach Angaben der Forscher Synacthen-Moleküle selbst dann nachweisen, wenn ihre Konzentration um den Faktor 107 geringer als die anderer Proteine im Blutplasma ist.
Da Doping harte Strafen zur Folge hat, sind Beweismethoden unabdingbar. Zur Bestätigung der Ergebnisse der immunological purification verwendeten die Kölner Forscher daher einen zweistufigen Test: Nach einer chromatographischen Trennung erfolgte eine massenspektrometrische Analyse. „Sollten dieser Test von den Dopingbehörden angenommen werden, würde dies eine Lücke im aktuellen Testsystem schließen und Athleten würden mit dieser Form des Betrugs nicht mehr durchkommen“, hofft Mario Thevis, Erstautor der Studie. © hil/aerzteblatt.de
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