Europaweit führend: Pädiatrische Früherkennung in Deutschland
Freitag, 24. November 2006
Berlin - Deutsche Eltern nutzen die freiwilligen kinderärztlichen Früherkennungsuntersuchungen (U1 bis U9) im europäischen Vergleich sehr gut. „Mehr ist kaum möglich. Deutschland erzielt im europäischen Vergleich Höchstwerte“, erklärte der Präsident der Bundespsychotherapeutenkammer, Prof. Dr. Rainer Richter, anlässlich der Sitzung des Bundesrates am Freitag in Berlin.
Strengere Kontrollen der Eltern, wie in einer Bundesratsinitiative gefordert, würden die Beteiligung der Eltern kaum erhöhen, könnten aber bisherige Erfolge gefährden und das Vertrauen der Eltern verspielen. „Kinderärzte werden dadurch zu einer Erziehungspolizei, der viele Eltern mit Misstrauen und Abwehr begegnen werden“, warnte Richter.
Österreich mache beispielsweise die Höhe seines Kinderbetreuungsgeldes von dem Nachweis abhängig, dass die Eltern ärztliche Vorsorgeuntersuchungen in Anspruch nehmen. Trotzdem lägen die Teilnahmeraten in Österreich unter den deutschen Werten: In Österreich beteiligten sich im ersten und zweiten Lebensjahr 85 Prozent, im dritten Lebensjahr rund 80, im vierten Lebensjahr etwa 65 Prozent und im fünften Lebensjahr nur noch 35 Prozent. In Deutschland nehmen rund 80 Prozent der Eltern die U8 und U9 in Anspruch.
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