Berlin - In Deutschland leben derzeit etwa 56.000 Menschen mit einer HIV-Infektion oder Aids. Schätzungsweise 2.700 Menschen haben sich in diesem Jahr neu mit dem HI-Virus infiziert, wie das Robert-Koch-Institut (RKI) am Montag in Berlin anlässlich des bevorstehenden Welt-Aids-Tages mitteilte. 600 Menschen starben in diesem Jahr an dem Virus. Nachdem die Zahl der gemeldeten neu diagnostizierten HIV-Infektionen in den vergangenen Jahren deutlich gestiegen war, stagniert sie derzeit auf hohem Niveau. Inzwischen werden allerdings bei 15 Prozent aller HIV-Neuinfektionen in Deutschland Viren übertragen, die bereits gegen mindestens eines der HIV-Medikamente resistent sind.
Rund 34.000 der Infizierten in Deutschland sind Homosexuelle, die damit weiterhin am stärksten betroffen sind. Dennoch unterschätzen homosexuelle Männer häufig immer noch die Infektionsrisiken bei bestimmten Sexualpraktiken. Das zeigen erste Ergebnisse von Studien, mit denen die RKI-Forscher Änderungen im Risikoverhalten genauer erfassen wollen. „Damit schaffen wir die wissenschaftliche Grundlage für die Weiterentwicklung wirksamer Präventionskonzepte, um die bisher im internationalen Vergleich niedrigen HIV-Infektionsraten weiter niedrig halten zu können“, erklärte RKI-Präsident Reinhard Kurth.
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