Medizin

Stammzelltherapie: Erhöhtes Krebsrisiko bei weiblichen Spendern

Montag, 27. November 2006

Vancouver - Sekundäre Krebserkrankungen sind eine häufige Spätfolge einer erfolgreichen myeloablativen Stammzelltherapie. Zu den Risikofaktoren zählt nach einer Studie in Cancer (2006; doi: 10.1002/cncr.22375) das Geschlecht des Spenders.

Wenn die Stammzellen von einer weiblichen Spenderin stammt, war das Risiko auf ein sekundäres Karzinom deutlich höher als bei Stammzellen von einem männlichen Spender, berichtet Donna Forrest von British Columbia Cancer Agency. Von den 926 Patienten, die die Autorin zwar nur retrospektiv, dafür aber über einen Zeitraum von 18 Jahren beobachten konnte, erkrankten 4,6 Prozent erneut an Krebs, wenn der Spender eine Frau war, gegenüber einer Rate von 1,8 Prozent, wenn die Zellen dem Knochenmark eines männlichen Spenders entnommen wurden.

Die Zahlen sind recht hoch, sprechen angesichts des allgemeinen Spendermangels aber ganz sicher nicht gegen die Verwendung von „weiblichen“ Spenderzellen. Man darf nicht vergessen, dass die Patienten, die oft als Kinder oder Jungendliche an Leukämie oder anderen Krebsformen erkrankt waren, der Stammzelltherapie ihr Überleben verdanken.

Die hohe Rate von sekundären Krebserkrankungen, die median nach 7 Jahren auftraten, wird ein wenig dadurch gemildert, dass viele Tumoren die Haut betreffen und als Spinaliome oder Basaliome leicht in Gänze entfernt werden können. Ohne diese Hauttumoren erkrankten 2,3 Prozent an sekundären Tumoren. Damit lag die Inzidenz um relativ 85 Prozent höher als in der Allgemeinbevölkerung.

Die häufigsten „inneren“ Krebserkrankungen betreffen – wie in der Allgemeinbevölkerung – Lunge und Darm, daneben aber auch die Mundhöhle, wo Krebserkrankungen (außer bei starken Rauchern) ansonsten eher selten sind. Das Krebsrisiko steigt mit dem Alter der Patienten bei der Therapie. Menschen die erst nach dem 40. Lebensjahr eine myeloablative Stammzelltherapie erhielten, hatten in der kanadischen Serie ein etwa dreifach erhöhtes Krebsrisiko. Warum das weibliche Geschlecht das Risiko von sekundären Tumoren erhöht, ist völlig unklar. © rme/aerzteblatt.de

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