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Kampagne zum Welt-AIDS-Tag 2006: Prävention muss Thema bleiben

Dienstag, 28. November 2006

Ulla Schmidt mit Veroika Pooth /dpa

Berlin - Wenn alle Staats- und Regierungschefs dieser Welt das Thema Aids-Prävention zu ihrem Thema machten, könne man die Rate der Neuinfizierten senken, betonte Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt (SPD) bei der Vorstellung der Kampagne „Gemeinsam gegen AIDS“ am Dienstag in Berlin. Die Initiatoren der Aktion zum Welt-AIDS-Tag am 1. Dezember sind die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA), die Deutsche AIDS-Hilfe (DAH) und die Deutsche AIDS-Stiftung (DAS). Das Kampagnenmotiv erscheint auf mehr als 15.000 Großplakaten und über drei Millionen Postkarten.

„Wir beobachten seit einiger Zeit, dass in Deutschland die öffentliche Wahrnehmung von Aids zurückgeht, dass das Problembewusstsein in der Bevölkerung sinkt und dass deshalb die Ansprache junger Menschen schwieriger wird“, erklärte Elisabeth Pott, Direktorin der BZgA. Dies müsse alle wachrütteln und bewusst machen, dass Aidsprävention ein zentrales gesellschaftliches Thema bleiben müsse. Auch in diesem Jahr wird die Kampagne von vier prominenten Aids-Botschaftern unterstützt: Verona Pooth, Benno Fürmann, Thomas Herrmanns und Samy Deluxe. 

Schmidt zufolge wird die Aids-Prävention ein zentrales Thema des gesundheitspolitischen Aktionsprogramms der Deutschen EU-Ratspräsidentschaft im kommenden Jahr sein. Geplant ist nach Angaben der Ministerin, die im Bundeshaushalt für die Aids-Aufklärung eingeplanten Mittel für 2007 um drei Millionen Euro auf 12,2 Millionen Euro aufzustocken.

Bislang, so die Beteiligten der Kampagne, liege das Problem noch in der öffentlichen Wahrnehmung der Krankheit. So erklärte Rapper Samy Deluxe, bei den Jugendlichen habe er trotz Aufklärung einen erschreckenden Leichtsinn festgestellt. Viele seien „eher sorglos statt uninformiert“. Die neuen medizinischen Therapiemethoden verliehen den Anschein, als sei AIDS heilbar und es bedürfe beim Geschlechtsverkehr keines ausreichenden Schutzes. Der Schauspieler Benno Fürmann sagte, „ich möchte der Jugend gern das weitergeben, was ich bekommen habe“. In seiner Jugend, den achtziger Jahren, sei Aids ein zentrales Thema in den Medien gewesen. „Das muss es heute auch wieder werden, denn die Aufklärung ist heute genauso wichtig wie damals.“ © Zip/afp/aerzteblatt.de

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