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Supermagnete stören Herzschrittmacher und implantierbare Kardioverter-Defibrillatoren

Montag, 4. Dezember 2006

Zürich - Magnete aus der Legierung Neodym-Eisen-Bor (NdFeB), die zunehmend in Mode kommen, können Patienten mit Herzschrittmachern oder implantierbaren Kardioverter-Defibrillatoren (ICD) gefährlich werden. Darauf weisen Schweizer Kardiologen in Heart Rhythm (2006; doi: 10.1016/j.hrthm.2006.09.012) hin.

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Die neuen Supermagnete unterscheiden sich deutlich von den herkömmlichen Ferrit-Magneten, mit denen sich einzelne Zettel am Kühlschrank befestigen lassen und dann doch bei der kleinsten Bewegung herunterfallen. Das kann einem mit einem NdFeB-Magneten nicht passieren. Wie stark diese Magnete aus der Kombination des Seltenerd-Elements Neodym mit Eisen und Bor sind, zeigt ein Beitrag aus der Computer-Zeitschrift PC-Welt. Die Redakteure hatten mit einem Magneten, den sie aus einer alten Festplatte ausbauten, neben Schere, Schraubenzieher und einigen Platinen auch noch einen schweren Papierlocher an einem metallenen Türrahmen befestigt. Ein NdFeB-Magnet von der Größe einer Euro-Münze kann bereits einige Kilo heben. 

Herzpatienten sollten diesen Supermagneten möglichst nicht allzu nahe kommen, schreiben Thomas Wolber und Mitarbeiter von der Universität Zürich. Die Kardiologen haben vier NdFeB-Magnete (zwei sphärische Magnete mit einem Durchmesser von 8 and 10 mm sowie eine Halskette aus 45 sphärischen Magneten und ein magnetisches Namensschild an 29 ICD-Trägern) getestet. Bei allen lösten die Magnete Störungen der Geräte aus. Zwar arbeiteten die ICD in allen Fällen nach dem Entfernen der Magnete wieder normal. Bei einer längeren Exposition lassen sich Schäden der Geräte nicht ausschließen, warnt Wolber, der auch 41 Patienten mit Herzschrittmachern untersucht hat. Auch hier kam es zu Funktionsstörungen.

Die Supermagnete sind nicht nur in Festplatten, sondern auch in Handys enthalten. Zunehmend werden sie auch als Schmuckgegenstände genutzt, etwa in der bei den Experimenten verwendeten Halskette. Träger von ICD oder Herzschrittmachern können deshalb nicht sicher sein, dass sie etwa in (dicht gedrängten) öffentlichen Verkehrsmitteln nicht doch einem Magneten näher als jene 3 cm kommen, ab der die Schweizer Wissenschaftler Störungen der Schrittmacher und ICD feststellten. Ein Vertreter der British Heart Foundation riet gegenüber der BBC besorgten Patienten, die Geräte von ihren Kardiologen überprüfen zu lassen. Ernste Zwischenfälle sollen jedoch noch nicht bekannt geworden sein. © rme/aerzteblatt.de

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