MB-Bilanz: Etwas mehr Geld, viel mehr Selbstvertrauen
Mittwoch, 6. Dezember 2006
Frank Ulrich Montgomery /dpa
Berlin – Die Ärztegewerkschaft Marburger Bund (MB) hat eine positive, aber auch selbstkritische Bilanz ihrer tarifpolitischen Entwicklung gezogen. „2006 ist für die Klinikärzte und den Marburger Bund ein eminent wichtiges Jahr gewesen“, erklärte der Vorsitzende des MB, Dr. med. Frank Ulrich Montgomery, am 6. Dezember in Berlin. In nur 12 Monaten habe sich der MB als einzige gewerkschaftliche Interessenvertretung der deutschen Krankenhausärzte etabliert. Innerhalb von wenigen Wochen erhöhte sich die Mitgliederzahl des MB Anfang des Jahres von 80.000 auf rund 110.000 Krankenhausärztinnen und -ärzte.
Ihnen sprach Montgomery ein großes Lob aus. Sie hätten ohne jede Streikerfahrung mit vielfältigen, phantasievollen Protestaktionen und wochenlangen Arbeitskämpfen die Arbeitgeber zum Abschluss der ersten arztspezifischen Tarifverträge des öffentlichen Dienstes gedrängt: „Das waren Leistungen, die kamen nicht aus Berlin.“ Dass die Arbeitgeber den Frust, aber auch die Tatkraft der Ärzte in den Regionen unterschätzt hätten, sei einer ihrer Fehler im Arbeitskampf gewesen. „Bis zum Ende konsequent zu bleiben und nicht nachzugeben, das war eine Erfahrung, die unseren Mitgliedern sehr viel Selbstvertrauen gegeben hat“, ergänzte er.
Montgomery bezeichnete die abgeschlossenen Tarifverträge für die 55.000 Ärzte an kommunalen Krankenhäusern und die 22 000 Ärzte an Universitätskliniken als solides Fundament für zukünftige Tarifverhandlungen. „Mit der Begrenzung der Arbeitszeiten, der Bewertung der Bereitschaftsdienste als Arbeitszeit und der Dokumentation der tatsächlichen Arbeitsleistung schaffen wir Voraussetzungen für bessere Arbeitsbedingungen und mehr Patientenschutz“, sagte er.
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