Bürokratieabbau: Caspers-Merk trotz Absagen mit Treffen zufrieden
Mittwoch, 6. Dezember 2006
Marion Caspers-Merk /dpa
Berlin - Der Abbau überflüssiger Bürokratie in Arztpraxen kommt nach Ansicht von Gesundheitsstaatssekretärin Marion Caspers-Merk (SPD) gut voran. In den vergangenen Monaten sei vielerorts überflüssiger Verwaltungsaufwand eingedämmt worden, sagte Caspers-Merk am Mittwoch nach einem Treffen mit der Arbeitsgruppe Bürokratieabbau. Ebenso wie der Hartmannbund und der NAV-Virchow-Bund war auch die Bundesärztekammer (BÄK) dem Treffen ferngeblieben. Denn das Vokabular des Ministeriums im Zusammenhang mit dem Aktionstag sei „völlig daneben“ gewesen, begründete BÄK-Hauptgeschäftsführer Prof. Dr. Christoph Fuchs die Absage der Kammer gegenüber dem Deutschen Ärzteblatt.
Schmidt hatte den Medizinern nach deren Protestaktionen gegen die Gesundheitsreform vorgeworfen, Kranke und Patienten wegen Geldforderungen „in Geiselhaft“ zu nehmen. Außer der Forderung nach mehr Vergütung kenne sie keinen Vorschlag der Ärzte, „das ist das Schlimme“, hatte die SPD-Politikerin gegenüber dem „Deutschlandfunk“ gesagt. Mit ihren Äußerungen begebe sich die Bundesgesundheitsministerin auf eine Ebene, „auf der wir uns nicht zusammensetzen können“, kritisierte dagegen Fuchs. Das Anliegen, Bürokratie innerhalb des Gesundheitswesens abzubauen, stehe aber nach wie vor auf der Tagesordnung. Nun bleibe zunächst abzuwarten, wie das Ministerium mit den Absagen umgehe.
Als Beispiele für den erfolgreichen Abbau überflüssigen Verwaltungsaufwands nannte Caspers-Merk die Abschaffung zahlreicher verzichtbarer Formulare. Auch sei die Akzeptanz für die elektronische Übermittlung von Daten gestiegen. Durch die „enorme Arbeitserleichterung“ hätten die Ärzte mittlerweile mehr Zeit für ihre Patienten. Caspers-Merk räumte gleichzeitig ein, dass in manchen Bereichen der Dokumentationsaufwand noch immer hoch sei. Mit dem Zwischenbericht der Kassenärztlichen Bundesvereinigung etwa sei sie noch „nicht zufrieden“.
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