Berlin – Immer weniger Medizinstudierende und junge Ärzte wollen Chirurgen werden. Wegen schlechter Arbeitsbedingungen, unzureichender Vergütung und ungünstiger Zukunftsperspektiven sähen viele ärztliche Berufseinsteiger in der Chirurgie keine Zukunft mehr, sagte Prof. Dr. med. Hans-Ulrich Steinau, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie (DGCH) in Berlin. Nach einer repräsentativen Umfrage kommt nur noch für fünf Prozent des ärztlichen Nachwuchses eine Weiterbildung im Fach Chirurgie in Frage. Derzeit ist etwa jeder zehnte Facharzt Chirurg.
Dies sei eine katastrophale Entwicklung, warnte Steinau. Denn bis zum Jahr 2020 werde der Bedarf an chirurgischen Eingriffen in Krankenhäusern um bis zu einem Viertel steigen. Schon jetzt beklagten Kliniken, dass sie die neuen gesetzlichen Regelungen zur ärztlichen Arbeitszeit nicht umsetzen könnten, weil die dafür benötigten Ärztinnen und Ärzte nicht zur Verfügung ständen. Gründe für die mangelnde Attraktivität der Chirurgie seien die veränderten Rahmenbedingungen, meint Prof. Dr. med. Hartwig Bauer, Generalsekretär der DGCH. Fremdbestimmung, Regelungswut, ständig wachsende fachfremde Aufgaben und überbordende Bürokratie seien das Ergebnis dieses Veränderungsprozesses.
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