Medizin

Brustkrebs: Schwangerschaft nach Chemotherapie sicher

Montag, 11. Dezember 2006

Crawley - Prämenopausale Frauen sollte nach einer erfolgreichen Therapie nicht grundsätzlich von einem Kinderwunsch abgeraten werden. Auch die bisher empfohlene Karenz von zwei Jahren ist nach einer Studie im BMJ (2006; doi:10.1136/bmj.39035.667176.55) nicht notwendig. Nur während der adjuvanten Chemotherapie oder einer Hormontherapie sollen die Frauen den australischen Forschern zufolge auf eine Schwangerschaft verzichten. 

Wegen der guten Prognose des Mammakarzinoms ist ein Kinderwunsch nach dem Ende der Therapie verständlich, auch wenn er nicht häufig geäußert und noch viel seltener erfüllt wird. Das liegt nicht nur am Alter der Frauen, sondern auch an der adjuvanten Chemotherapie, die die „ovarielle Reserve“ vermindert. Desto wichtiger ist es, dass sich die betroffenen Frauen ihren Kinderwunsch rechtzeitig erfüllen, fordern Angela Ives und Mitarbeiter von der Universität von Western Australia in Crawley/Perth.

Bisher rieten viele Gynäkologen zu einer zweijährigen Karenz, auch im Hinblick auf die nicht immer vorhersehbare Prognose. Dabei haben laut Ives schon frühere Untersuchungen gezeigt, dass Frauen, die nach dem Ende der Therapie schwanger wurden, seltener ein Rezidiv ihres Tumors erlitten. Als Ursache gilt ein Healthy-Mother-Effekt, nach dem sich Frauen ohne Rezidiv eher für ein Kind entschieden.

Dieser Effekt war auch in der aktuellen Studie nachweisbar. Die Fünf- und Zehnjahresüberlebensraten von 123 unter 45-Jährigen, die nach dem Krebs schwanger wurden, lagen mit 92 und 86 Prozent über den vergleichbaren Zahlen anderer Patientinnen. Eine verbesserte Prognose hatten allerdings nur diejenigen Frauen, bei denen weniger als sechs Monate seit der Diagnose vergangen waren. Bei diesen Frauen hatte eine Schwangerschaft sogar eine „protektive“ Wirkung, was die Überlebenschancen betraf. Dieser Effekt erreichte aber erst nach 24 Monaten eine signifikante Wirkung.

So lange wollen viele Frauen jedoch nicht warten und Ives ermuntert sie zu einer frühen Schwangerschaft, auch im Hinblick auf die durch die adjuvante Chemotherapie herabgesetzte Fruchtbarkeit. Dies gelte jedoch nicht für die Zeit der Chemotherapie oder der Hormontherapie. Eine der 123 Frauen wurde schwanger, während sie Tamoxifen einnahm. Sie beendete daraufhin die Hormonbehandlung und gebar ein lebendes Kind. © rme/aerzteblatt.de

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