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Impfmüdigkeit: Forschende Pharmafirmen mahnen Maßnahmen an

Dienstag, 12. Dezember 2006

Berlin - Die Potenziale der Impfstoffentwicklung und -produktion in Deutschland sollten stärker genutzt werden – sowohl im Interesse der Patienten wie auch im Interesse des Landes als Wirtschaftsstandort. Das hat Dr. Siegfried Throm, Geschäftsführer Forschung, Entwicklung und Innovation des Verbands Forschender Arzneimittelhersteller (VFA), in Berlin gefordert.

„Hierfür bedarf es nicht nur einer angemessenen Vergütung der mit enormem Aufwand entwickelten Impfstoffe, sondern vor allem einer Gesundheitspolitik, die innovationsoffen agiert und sich stärker für den Bereich Impfstoffe einsetzt“, ergänzte Throm. Dazu gehöre, nationale Impfziele aus den Impfzielen der WHO abzuleiten und festzulegen.

Im Detail schlug der VFA-Geschäftsführer vor, ein Anreizsystem für Versicherte zu schaffen, das der verbreiteten Impfmüdigkeit entgegenwirke. Auch eine transparente Kostenübernahmeregelung bei den Krankenkassen sei notwendig. Schutzimpfungen sollten zudem als eigenes Thema in die Approbationsordnung für Ärzte aufgenommen werden. 

Throm räumte aber zugleich ein, dass sich die Pharmaindustrie selbst in den letzten 20 Jahren weniger als zuvor mit Impfstoffen beschäftigt habe: „Das wiederum hatte damit zu tun, dass Impfstoffe in der Herstellung und Qualitätskontrolle vergleichsweise teuer sind, die damit erzielbaren Preise jedoch sehr niedrig liegen.“

Eine Dosis Dreifach-Impfstoff gegen Mumps, Masern und Röteln koste hierzulande nur um die 50 Euro. Erst nachdem neuartige und hochkomplexe Impfstoffe entwickeln worden seien, beispielsweise gegen Pneumokokken und Gebärmutterhalskrebs, sei auch auf unternehmerischer Seite die Wertschätzung wieder gewachsen. © Rie/aerzteblatt.de

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